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Naturnahe Nistkästen als Bruthilfe für Vögel und Fledermäuse

Wenn Georg Bläsi aus seinem Esszimmerfenster schaut, blickt er auf sein Elternhaus, an dem noch immer einer seiner ersten Nistkästen hängt, den er als kleiner Bub mit gerade einmal sechs Jahren selbst gefertigt hat. Inzwischen ist der gebürtige Breecher knapp 75 Jahre alt und die Nistkästen haben ihn nicht mehr losgelassen. In den Wintermonaten fertigt er bis zu 150 Bruthilfen für heimische Vögel und Fledermäuse.

Mittwoch, 11. März 2020
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Der Erfolg gibt ihm recht: Den Vögeln von großen Eulen bis hin zu kleinen Singvögeln gefallen seine Behausungen. Einmal im Jahr kontrolliert er alle Nistkästen und findet in 90 bis 95 Prozent von ihnen Spuren ehemaliger Bewohner. 450 Kästen hängen alleine in seinem Heimatort inzwischen weitet sich das Gebiet immer weiter aus bis Plüderhausen, Waldhausen und Lorch. Er hat große Karten drucken lassen, auf denen er mit farbigen Punkten markiert, wo überall Kästen von ihm hängen, um bei der großen Menge den Überblick nicht zu verlieren.
Jeder Kasten wird außerdem mit Namen und Telefonnummer versehen, damit eventuelle Finder ihn kontaktieren können. Ohnehin zeichnen sich Georg Bläsis Nistkästen durch viel Liebe zum Detail und ihr durchdachtes Design aus. Kleinigkeiten vom Regenschutz aus langlebiger LKW-​Plane über einen Spechtschutz bis hin zur katzensicheren Aufhängung machen die handgefertigten Kästen zu etwas ganz Besonderem.
Drei Stunden braucht er pro Kasten. Zum enormen zeitlichen Aufwand kommt der finanzielle Aspekt, den Bläsi aus eigener Tasche stemmt. Bescheiden wiegelt er ab und verweist auf die Firmen, die ihn mit Restposten oder günstigen Konditionen unter die Arme greifen.
Ihm sind seine Kästen eine Herzensangelegenheit, das spürt man. Er kommt aus der Landwirtschaft, ist fest mit der Natur verbunden. „Früher“, so erklärt er „hatten die alten Häuser noch Spalten und Löcher, in die die Vögel hinein konnten. Oder die Leute haben noch Altbäume stehen gelassen, das macht heute keiner mehr. Die Vögel haben große Wohnungsnot.“
Daher hat Georg Bläsi auch auf seinem flachen Garagendach ein Biotop eingerichtet, verteilt allerorten – sogar im Urlaub – seine Nistkästen und möchte das Projekt nun auch noch räumlich ausweiten und versuchen zumindest teilweise gegen zu finanzieren. Damit die Vögel in Ruhe brüten und ihre Nachkommen großziehen können.

Wer Interesse an einem handgefertigten Kasten hat kann sich unter der Nummer 0 71 72/​69 76 mit ihm in Verbindung setzen.

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