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Kommentar: Erwachsen werden — jetzt!

Foto: RZ

Momentan müssen wir uns wirklich großen Herausforderungen stellen – wir alle, die einen mehr, die anderen weniger. Nahezu täglich werden sie größer.

Sonntag, 22. März 2020
Timo Lämmerhirt
1 Minute 37 Sekunden Lesedauer

Da aber immer noch nicht der letzte Bürger verstanden hat, dass er der Gemeinschaft hilft, indem er seine sozialen Kontakte einschränkt, dadurch mithilft, dieses verdammte Coronavirus einzudämmen, zieht die Regierung nun andere Seiten auf. Um der Pandemie Einhalt zu gebieten, prüfen Gesundheitsminister Spahn & Co. nun, ob sie nicht auch Handy– sowie PKW-​Daten auswerten dürfen, um zu kontrollieren, ob sich die Menschen entsprechend der gebotenen Maßnahmen verhalten. Das Kontaktverbot ist bereits da. Richtig so!
Wir haben kein Stubenarrest erhalten, weil wir etwas Böses angestellt haben, wir werden angehalten, zuhause zu bleiben, weil etwas Böses längst unter uns ist. Dies gilt es zu entschleunigen, that´s it. Die Menschen aber sehnen sich durch ihr Verhalten scheinbar eine Ausgangssperre herbei – und damit sicherlich den schärfsten Einschnitt ins Privatleben.
Wie sagte es Bürgermeister Joachim Bläse erst am Wochenende: „Jeder Tote ist ein Toter zu viel!“ Mehr Recht kann ein Mensch aktuell nicht haben.
Da hat es doch zu Beginn der Corona-​Pandemie immer geheißen, die Medien würden nur Panik verbreiten, alles halb so wild in der Realität. Vielleicht hätten die Medien tatsächlich einmal Panik verbreiten, weniger sachlich berichten sollen, vielleicht hätten die Bürger dann etwas eher kapiert, dass sie gefälligst Zuhause bleiben, sich zumindest auf die nötigsten Gänge beschränken sollen. Aber so sind seriöse Medien nun einmal nicht.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der parteiübergreifend im Bundesland doch recht beliebt ist, überschlägt sich fast täglich mehr mit seiner Stimme in seinen Reden an die Bundesbürger. Er muss sich gerade vorkommen, wie der genervte Vater, der seinem Kind gerade das gefühlt hundertste Mal verbietet, auf den Schrank zu klettern, da das bekanntlich gefährlich ist, der Schrank kippen, das Kind fallen könnte. Wir alle sollten schnell erwachsen werden.
Unsere Bürgermeister wiederholen die Appelle unter dem Mantel des Landrats Klaus Pavel. Wir unterstreichen dies mit unserer Hashtag #bleibtdaheim. Was braucht die Gesellschaft noch? Wenn der Hashtag der Rems-​Zeitung nicht auf Gefallen stößt, kann man sich beispielsweise auch an #stayhomechallenge orientieren: Unter diesem findet man in den Sozialen Medien witzige Bilder und tolle Videos von Menschen, die eines eint: Sie haben Spaß, machen das Beste aus ihrer Isolation und vor allem: halten sich an die Regeln – und damit schützen sie sich und die Gesellschaft. Beispiel nehmen!

timo.​laemmerhirt@​remszeitung.​de

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#gemeinsam #bleibtdaheim
Corona-Hilfsangebote zwischen Wald und Alb.

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