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Wertvolle Unterstützung für Wohnungslose in Gmünd

Foto: edk

„Stay at home“ – ein Aufruf, dem nicht alle folgen können. Wohnungslose etwa, die kein Zuhause haben. Die gute Nachricht: In Schwäbisch Gmünd werden sie nicht alleine gelassen. In der Einrichtung St. Elisabeth erfahren sie das ganze Jahr über wertvolle Unterstützung. Auch in diesen Tagen.

Sonntag, 29. März 2020
Nicole Beuther
1 Minute 54 Sekunden Lesedauer

In größeren Städten werden immer mehr Gabenzäune ins Leben gerufen – dabei handelt es sich um Zäune, an denen Bürger verschiedene Plastiktüten anbringen, die mit Essen, Getränken oder Hygieneartikeln gefüllt sind. In Gmünd erhalten wohnungslose Menschen wie sonst auch Essen und Getränke in der Einrichtung St. Elisabeth in der Klösterlestraße 25. Auch ausreichend Zimmer stehen hier zur Verfügung stehen.
Die RZ hat sich mit Dipl.-Sozialpädagogin Eva Gärtner von der Caritas Ost-​Württemberg unterhalten. „Bei uns halten sich momentan vier Wohnungslose in der Kurzübernachtung auf und sechs Personen längere Zeit in unserem Aufnahmehaus“, berichtet sie.
Einiges hat sich verändert, den Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Blick. Die Wärmestube etwa ist geschlossen. Die Möglichkeit, hier täglich eine warme Mahlzeit einzunehmen, wurde bislang auch von Menschen genutzt, die eine Wohnung haben und sich tagsüber oft hier aufgehalten haben. „Im Haus darf sich nur noch aufhalten, wer auch hier übernachtet“, erklärt Gärtner. Die Haustüre ist geschlossen, jeder muss klingeln.
Die Maßnahmen erfolgen vor allem mit Blick auf die Risikopersonen, die bereits Vorerkrankungen haben, „wozu Wohnungslose leider oft dazugehören“. Händewaschen und Desinfektion, viel Hygiene und Abstandhalten – das alles hat auch in St. Elisabeth großen Raum eingenommen. Ebenso die Information darüber, wie wichtig es derzeit ist, wenig Kontakt zu anderen Menschen zu haben. Auch wenn es bis jetzt noch keine Ausgangssperre gibt, halten sich die Wohnungslosen überwiegend im Haus auf.
Ein Mittagessen gibt es natürlich nach wie vor. Gärtner: „Es wird abgepackt ausgegeben und sollte zuhause oder bei Hausbewohnern im Haus verzehrt werden.“ Eine weitere Änderung: Die Tagessatzauszahlungen finden nur noch donnerstags statt und nicht wie bisher montags und donnerstags.
In dem Haus in der Klösterlestraße dürfen die Wohnunglosen derzeit solange bleiben, wie sie möchten. Gärtner: „Die Wohnungslosen können sich längere Zeit hier aufhalten und werden wenn möglich nicht mehr weitergeschickt.“
Auch telefonische Auskunft ist in diesen Tagen gewiss. So wurde von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr eine Notberatung eingerichtet. Als größtes Problem beschreibt Gärtner die allgemeine Unsicherheit und teilweise auch die Angst vor dem Virus und der unbekannten Situation. „Hier sehe ich unsere Aufgabe darin, aufzuklären und zu beruhigen. Bisher ist uns das relativ gut gelungen.“ Bis jetzt gebe es noch keinen Quarantänefall oder gar einen Erkrankten.

Kleidungsspenden werden derzeit nicht benötigt. Was die Wohnungslosen hingegen dringend brauchen, sind haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel (Klopapier, Desinfektionsmittel etc.). Hier ist angedacht, Notfallpakete zu schnüren. Informationen ab Montag bei der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose der Caritas, Telefon: 0 71 71/​9 27 870.


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