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Coronavirus: Viele Informationen und viele unterschiedliche Reaktionen

Foto: RZ

Unser Redakteur Timo Lämmerhirt hat sich mit Vertretern von Stadt, Gemeinden und Institutionen über das Coronavirus unterhalten, sich dabei vor allem mit der aufkommenden Hysterie beschäftigt. Ein Kommentar.

Freitag, 06. März 2020
Timo Lämmerhirt
1 Minute 43 Sekunden Lesedauer

Coronavirus hier, Coronavirus da – keiner kommt derzeit an diesem Thema vorbei. Dabei scheint auch keiner genau zu wissen, wie man sich nun richtig verhält. Klaus Dengler, Schulleiter der Gmünder Schiller-​Realschule im Verbund, bringt es in dieser turbulenten Zeit auf den Punkt, in dem er sagt: „Ruhe bewahren!“
Wir haben eines der am besten funktionierend Gesundheitssysteme der Welt, diese Leute setzen aktuell doch wirklich alle Hebel in Bewegung, um dieses Virus einzudämmen. Ein bisschen Vertrauen schadet da sicherlich nicht.
Hamsterkäufe der Menschen führen zu leeren Regalen in den Supermärkten, die wiederum Panik bei den Menschen auslösen – und im Endeffekt zu noch mehr Hamsterkäufen führen. Dominoeffekt. An dieser Stelle sei der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar zitiert, der in diesem Kontext sagt: „In einer Gesellschaft, der es objektiv unglaublich gut geht, gibt es offenbar die Sehnsucht nach apokalyptischen Szenarien.“ Da spielt sich dann aber viel in unseren Köpfen ab: Alleine das Wort Häusliche Quarantäne wirkt doch schon angsteinflößend, dabei heißt es nur, dass man in nächster Zeit erst einmal zuhause bleiben soll.
Werfen wir doch mal einen Blick in die Fußballstadien dieses Landes: in Dortmund waren vergangenen Samstag 81 365 Menschen vor Ort, in Hoffenheim oder Düsseldorf immerhin noch jeweils um die 30 000 Zuschauer – die Gmünder Vesperkirche, die einige hundert Menschen zu Gast gehabt hätte, wurde abgesagt. Wo ist die Verhältnismäßigkeit? Sicherlich sind Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll und es ist vor allem sinnvoll, dass die Bevölkerung informiert wird, es scheint aber dennoch keine klare Linie vorzuherrschen. Was geht – und was geht schon nicht mehr? An diesem Wochenende werden wieder Hunderttausende in die Stadien der Bundes– und 2. Liga strömen, abgesehen von den Sportplätzen und Turnhallen unserer Amateure, die allesamt ebenfalls im Einsatz sein werden – da wird dann doch schon alleine ob der Wahrscheinlichkeit irgendein Fan dabei sein, der kürzlich in Italien war oder noch schlimmer: gar in China.
In Heidenheim, beim dortigen FCH, haben sie Desinfektionsständer aufgestellt – für rund 12 000 Zuschauer, die beim Duell gegen den Karlsruher SC an diesem Samstag erwartet werden. Okay, waschen wir uns alle häufiger die Hände und desinfizieren wir sie, völlig in Ordnung und sinnvoll, aber: In aller erster Linie sollten wir darauf vertrauen, dass die Verantwortlichen in der Regierung die richtigen Entscheidungen treffen werden. Und vor allem sollten wir eines tun: Nicht in Panik verfallen.

timo.​laemmerhirt@​remszeitung.​de

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