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Marginalie: Hut ab vor den Gmünder Kulturtreibenden

Vielleicht besiegt Sebastians Coronafresserchen nicht das Virus, aber es steckt eine Menge Kreativität und Feinmotorik darin. Foto: Jugendkunstschule

„Ich weiß schon, das Leben ist oft schwer“– singt Hensho-​Frontman Teo Hentzschel in dem neuen Musikvideo, das die Gmünder Band auf Youtube veröffentlicht hat. Besonders schwer ist das Leben derzeit für die Kunst– und Kulturtreibenden, deren Termine jetzt abgesagt werden.

Freitag, 10. April 2020
Eva-Marie Mihai
1 Minute 19 Sekunden Lesedauer

Touren platzen, Proben und Programmaufstellungen sind erst mal für die Katz. Für viele tut sich eine – und das ist vielleicht das beunruhigendste – zeitlich unbegrenzte Pause auf. Mit anderen Worten: Arbeitslosigkeit. Selbstständige Künstler sind unmittelbar von der Krise betroffen, zwischen ihnen und dem Monatsgehalt steht kein Arbeitgeber. Allerdings: Hut ab vor den Gmünder Kulturtreibenden, die den Mut nicht sinken lassen. Und davon gibt es, wie ein Blick ins Internet zeigt, nicht wenige.

Wer verfolgt, wie plötzlich Streams aus dem Boden gestampft werden, Online-​Kurse abgehalten werden oder virtuelle Rundgänge – dem bleiben Mund, Augen und Ohren offen stehen. Neben dem Museum im Prediger, das schon seit Wochen mit einem peppigen Instagram-​Account glänzt, bietet nun die Stadt selbst einen Kulturkanal im Netz an (www​.schwae​bisch​-gmuend​.de/​g​m​u​e​n​d​e​r​-​k​u​l​t​u​r​-​k​a​n​a​l​.html). Dort präsentieren Musikschullehrer selbstkomponierte Stücke oder Klassiker und erklären die Hintergrundgeschichten dazu. Weitere Ausstellungsformate sollen folgen, dafür sorgen Künstler, das Kulturbüro und Institutionen wie die Musikschule.

Und natürlich ist es nicht dasselbe, ob man zuhause in Jogginghose und Hoodie das Querflötenstück „Syrinx“ von Claude Debussy von Musikschullehrerin Christine Junkert vorgetragen bekommt. Oder dasselbe, in schicken Zwirn gekleidet, inmitten eines kulturell interessierten Publikums in einem Schwörhauskonzert verfolgt. Atmosphäre, Tonqualität und Gemeinschaftsgefühl bleiben auf der Strecke. Aber es ist ein Anfang. Und es ist eine Weigerung der Kulturtreibenden, sich der Krise und der Angst zu ergeben. Nein, Kultur ist kein Grundbedürfnis (wenn auch so mancher Gmünder einen anderen Eindruck vermittelt). Aber solange Kultur stattfindet, und sei es auch nur online, ist die Gesellschaft intakt. Ein Musikstück bietet vielleicht ein kurzes Ausbrechen aus dem Corona-​Alltag, ein Online-​Zeichenkurs eine Ablenkung aus dem Homeoffice-​Stress.

Den ganzen Text lesen Sie am 11. April in der Rems-​Zeitung.

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