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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Dr. Joachim Bläse will Landrat werden

Foto: gbr

Am Donnerstagnachmittag hat Dr. Joachim Bläse, Erster Bürgermeister der Stadt Gmünd, bekannt gegeben, dass er am Samstag um 11 Uhr seine Bewerbung als Landrat des Ostalbkreises und damit als Nachfolger von Klaus Pavel abgeben wird. Bläse (51) ist Mitglied des Kreistags und war bei der letzten Kreistagswahl der Stimmenkönig unter allen 73 Kreistagsmitgliedern.

Donnerstag, 02. April 2020
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 12 Sekunden Lesedauer

Bläse hatte zuvor die Gmünder Stadtverwaltung von seinem Schritt informiert und alle anderen Kreistagsmitglieder angeschrieben. Bei der Wahl, die voraussichtlich am 30. Juni stattfinden wird, kann Bläse mit der Zustimmung seiner eigenen CDU-​Fraktion und der Fraktion der Freien Wähler zählen. So teilte uns der Fraktionsvorsitzende der „Freien Wähler Ostalbkreis“, Peter Traub mit, dass man die Kandidatur von Dr. Joachim Bläse als künftigen
Landrat des Ostalbkreises begrüße. Bläse sei ein geeigneter und würdiger Nachfolger von Klaus Pavel. Ihn
zeichnen nicht nur Kompetenz und jahrelange kommunalpolitische Erfahrung aus, sondern auch
menschliche Empathie. Bläse ist also der gemeinsame Kandidat von CDU und „Freie Wähler Ostalbkreis“. Aber auch aus den Reihen der Grünen und der SPD hat Bläse offensichtlich schon im Vorfeld viel Zustimmung erfahren.
Mehr darüber am Freitag in der Rems-​Zeitung.

Dazu unser Kommentar von Heinz Strohmaier:

Ich liebe diese Stadt! Ich habe hier in Gmünd einen tollen Job, der mich voll ausfüllt, der interessant und verantwortungsvoll sowie bedeutend ist.“ Das sagte Dr. Joachim Bläse vor fünf Jahren, als man ihn als Landrats-​Kandidat für den Rems-​Murr-​Kreis ins Gespräch brachte. Und weiter betonte er: „Ich habe einen tollen Oberbürgermeister, mit dem ich mich hervorragend verstehe, befreundet bin und ein gutes Miteinander praktiziere.“ Auf der anderer Seite gab Joachim Bläse damals auch zu verstehen, dass ein Erster Bürgermeister „halt kein Landrat oder Oberbürgermeister ist“. Für Chancen einer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung prüfe er diese Option im Rems-​Murr-​Kreis. Wochen später war seine Entscheidung gefallen, nicht zuletzt nach Rücksprache mit seiner Familie, die er nicht aus der gewohnten Umgebung herausreißen wollte. Jetzt wird das „Dream-​Team“, wie man OB Richard Arnold und Joachim Bläse oft bezeichnete, auseinandergerissen. Denn wer zweifelt eigentlich noch daran, dass Bläse Nachfolger von Klaus Pavel werden wird? Wohlwissend, dass er in große Fußstapfen treten wird und seine Aufgaben in den kommenden Jahren alles andere als Vergnügungssteuer pflichtig sein werden. Der Landkreis hätte sich schwer getan, einen besseren – externen – zu finden. Dass Bläse gewählt wird, dürfte man als gegeben hinnehmen. 37 Stimmen benötigt er im Kreistag, CDU und Freie Wähler haben zusammen schon 38. Und von den anderen Fraktionen werden noch viele Stimmen dazu kommen.

Aber wie geht es weiter in Schwäbisch Gmünd. Bläse war mehr als „nur“ Erster Bürgermeister, er war ein Teil des Oberbürgermeisters. Die beiden ergänzten sich gegenseitig, schwammen auf einer Wellenlänge und gehen nun getrennte Wege. Da ist aber auch wieder in Erinnerung, dass ja OB Richard Arnold noch vor ein paar Wochen als heißer OB-​Kandidat in Stuttgart gehandelt wurde. Vermutlich haben beide die richtige Entscheidung getroffen: Arnold, dass er nicht in Stuttgart kandidierte, und Bläse, dass er Landrat werden will. Richard Arnold hat oft im Spaß gesagt, dass „OB“ dafür steht, „ohne Bedeutung“. Bald wird er sagen müssen: OB heißt „ohne Bläse“. Da brauchen die Gmünder viel Glück, um einen adäquaten Nachfolger zu finden.


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