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Corona und Kinder: Was, wenn im Stress die Hand ausrutscht, Frau Nußbaum?

Ein Schatz voller Erinnerungen: Cornelie Nußbaum empfiehlt, kreativ zu werden. Foto: privat

Lehrer, Elternteil, Spielkamerad: Wer Kinder hat, muss derzeit vielen Rollen gerecht werden. Was dabei die Schwierigkeiten sind und wo die Chancen liegen, erklärt Therapeutin Cornelie Nußbaum im Interview.

Mittwoch, 08. April 2020
Eva-Marie Mihai
1 Minute 26 Sekunden Lesedauer

Jüngst hat ein Vater bei Cornelie Nußbaum angerufen. Er berichtete von einer typischen Stresssituation. Er und sein Kind mussten aus dem Haus, allerdings habe das Kind sich quergestellt. Die Situation eskalierte – und dem Vater rutschte die Hand aus. „Er ist darüber selber so erschrocken, dass er mich gefragt hat, was er tun kann, damit so etwas nie wieder passiert“, erzählt Nußbaum. Sie arbeitet neben ihrer Tätigkeit in einer Praxis als Lehrkraft im St. Loreto und als systemische Kinder– und Jugendlichentherapeutin. „Mich rufen zur Zeit mehr Menschen an, die unter der ständigen Anspannung leiden. Ihre Kinder bekommen mehr Schimpftiraden ab als üblicherweise. Den Eltern tut das dann wahnsinnig Leid und sie fühlen sich schlecht.“

Was sind die Probleme der Eltern?
Eltern berichten, dass sie nach drei Wochen Ausnahmezeit unter hoher Anspannung stehen. So auch in dem Fall des
Vaters: Bei ihm ging es sogar so weit, dass er handgreiflich wurde.

Was haben Sie ihm geraten?
So weit darf es nicht kommen. Deshalb müssen Eltern den Umgang mit Hochanspannung lernen und den Stress regulieren können.

Was ist die Ursache für den Stress?
Manche Eltern haben selbst Angst vor der Krankheit. Es herrscht Unsicherheit: Findet die Medizin ein passendes Medikament? Die Selbstwirksamkeit geht ein Stück weit verloren. Und dann ist da natürlich die Rollenüberlappung: Lehrkraft, Mama und Papa, Familienorganisationsleiter, Beruf, Homeoffice, Sorge um die Großeltern-​Generation. Man hat mehrere „Hüte“ auf.

Wie kann man das kontrollieren?
Wenn man in Stress ist, kommt man nicht an seine Gedanken ran. Man kann nicht neutral nachdenken oder abwägen. Ich vergleiche das oft mit einem inneren Vulkan: Er brodelt immer mehr – und irgendwann bricht alles aus. Aber die gute Nachricht: Diese starken Gefühle können groß werden – man kann sie aber auch bewusst wieder auf ein Normalmaß herunter regulieren.

Kreative Tipps, wie sich Eltern und Kinder beschäftigen können, gibt es im ganzen Text, der am 8. April in der RZ erscheint.

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#gemeinsam #bleibtdaheim
Corona-Hilfsangebote zwischen Wald und Alb.

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