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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Ein Glücksfall — Kommentar zur Landratswahl

Foto: pr

Die Wahl von Dr. Joachim Bläse zum neuen Landrat im Ostalbkreis kommentiert Heinz Strohmaier in der Mittwochsausgabe der Rems-​Zeitung. Sind auch Sie seiner Meinung?

Mittwoch, 01. Juli 2020
Heinz Strohmaier
1 Minute 38 Sekunden Lesedauer

Manche, vielleicht sogar viele, werden sich noch erinnern, als vor 24 Jahren nach dem dritten Wahlgang immer noch kein Landrat für den Ostalbkreis gewählt worden war. Stimmengleichheit zwischen Karl Bux und Klaus Pavel. Das Los musste entscheiden. Uschi Barth zog damals den Namen Klaus Pavel — wie sich später herausstellte, ein wahrer Glücksgriff. Vielleicht wäre Karl Bux ein genauso guter Landrat geworden, wer weiß?
Dieses Mal war es anders: Die große Mehrheit der Kreistagsmitglieder setzt auf Dr. Joachim Bläse. Ein weiterer Glücksfall für den Landkreis? Das klare Ergebnis war mehr oder weniger schon im voraus zu erwarten. Schließlich hatten sich die großen Fraktionen sehr schnell auf den Ersten Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd festgelegt. Und warum? Weil alle der Meinung sind, er ist der Beste, ein besserer kann sich gar nicht bewerben. Diese Vorschusslorbeeren oder diesen Kredit hat sich Dr. Bläse aber auch redlich erworben. Schon vor zwei Jahren war Joachim Bläse heißer Anwärter auf den Landratsposten im Rems-​Murr-​Kreis. Letztlich hat er abgesagt und sich für seine „Heimat“ entschieden. Diese ist in Gmünd im Ostalbkreis. Die manchmal geäußerten Bedenken, ein Gmünder wird nie Landrat in Aalen, sind mit der gestrigen Wahl ad acta gelegt. Sachliche und menschliche Argumente zählen eben mehr als Emotionen aus vergangener Zeit. Joachim Bläse kann seiner Heimat treu bleiben und dem Ostalbkreis dienen. Es ist schon bemerkenswert, wie die Freien Wähler, die SPD oder die Grünen schon vor Wochen keinen Hehl daraus gemacht haben, den CDU-​Mann Joachim Bläse wählen zu wollen. Aber Bläse weiß auch, dass die kommenden Jahre kein Zuckerschlecken werden. Da könnte man alles andere gebrauchen, nur keinen großen Streit unter den Fraktionen. Diese Wahl hat gezeigt, dass alle das Miteinander anstreben. Das stärkt den Kreis und macht Hoffnung. Bläse wird seine Aufgabe mit demselben Engagement angehen wie das Amt in Gmünd. Wo viel Freud’ da ist bekanntlich auch viel Leid! In Schwäbisch Gmünd hinterlässt Joachim Bläse eine Lücke, die ganz schwer zu schließen sein wird. Und möglicherweise gar nicht so schnell. Im Oktober spätestens will man eine Entscheidung treffen. Aber zunächst muss die Stadt die Stelle ausschreiben, dann die Bewerbungen abwarten und schließlich entscheiden. Erst dann kann ein/​e mögliche/​r Nachfolger/​in seinen/​ihren bisherigen Arbeitsplatz kündigen und sich in Richtung Gmünder Rathaus begeben.

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