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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Eberspächer schließt Standort Gmünd: Rund 130 Entlassungen drohen

Foto: gbr

Die nächste Hiobsbotschaft im Hinblick auf die Industrielandschaft im Raum Gmünd erreichte am Montagnachmittag die Rems-​Zeitung: Das Esslinger Unternehmen Eberspächer kündigte an, dass der Standort auf dem Gügling komplett geschlossen wird. Davon betroffen sind rund 130 Beschäftigte. Seitens des Betriebsrats und der IG Metall will man das nicht einfach so schlucken, sondern hart verhandeln.

Montag, 27. Juli 2020
Gerold Bauer
1 Minute 55 Sekunden Lesedauer

Die Geschäftsführung der Eberspächer Gruppe hat am Montag am frühen Nachmittag den Betriebsrat und die Mitarbeiter über die Schließung des Standortes Schwäbisch Gmünd informiert. Die Entscheidung sei eine Folge der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Der Automobilzulieferer hatte erst im vergangenen Jahr die strategische Neuausrichtung des Standortes Schwäbisch Gmünd mit Fokus auf die Produktion von Klein– und Sonderserien im Bereich Abgastechnik Pkw begonnen. „Die gemeinsamen Anstrengungen wurden durch die nicht vorhersehbare Corona-​Pandemie und ihre Folgen für die gesamte Branche zu Nichte gemacht“, erläutert Geschäftsführer Dr. Thomas Waldhier. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Krise stehe das Unternehmen unter hohem Druck. Der Absatzmarkt sei weltweit zusammengebrochen und erhole sich mittelfristig nicht mehr.

Die RZ sprach mit der Vertretung der Arbeitnehmer. Was sie zu sagen haben, steht in der Dienstagsausgabe!

Dieses für die Region so wichtige Thema hat die Rems-​Zeitung auch kommentiert:

Richtige Produkte?

THEMA: Warum viele Autozulieferer ein hausgemachtes Problem haben

von Gerold Bauer

Die bittere Pille im Hinblick auf den Verlust von Arbeitsplätzen bei Bosch ist noch nicht verdaut, da erreicht den Gmünder Raum bereits die Nachricht von der Schließung eines Firmenstandorts auf dem Gügling. Im Vergleich zu den Zahlen von Bosch mag sich der Verlust von 130 Arbeitsplätzen nicht besonders dramatisch anhören – aber diese Interpretation ist der falsche Ansatz. Denn wer das Gesamtbild der Industrielandschaft in Gmünd anschaut, erkennt unschwer, dass solche Nachrichten in naher Zukunft wohl nicht die Ausnahme sein werden. Die Fa. MHG in Heubach hat auch schon signalisiert, dass dort rund 70 Arbeitsplätze in Gefahr sein könnten.
Das Problem liegt schlicht darin, dass so manches heimische Unternehmen noch mit Produkten am Markt unterwegs ist, die sich vor dem Hintergrund der voranschreitenden Elektromobilität ungefähr so gut verkaufen lassen wie Kaminöfen während einer Hitzewelle. Die Folge davon: Eine ganze Branche, die noch vor kurzem den Mangel an qualifiziertem Personal als größte Sorge bezeichnete, schickt nun Tausende Mitarbeiter nach Hause. Vor ein paar Jahren hätte das der Gesellschaft keinen großen Schaden zugefügt, wenn ein Laden dicht gemacht hätte. Denn andere Firmen hätten das freigesetzte Personal mit Handkuss übernommen. Inzwischen ist eine Standortschließung gleichbedeutend mit dem Entlassen in die Arbeitslosigkeit – und da ist jeder Einzelne einer zuviel! Mit einem „Weiter so“ in den Chefetagen der Automobilzulieferer wird sich das Problem nicht lösen lassen. Eine Neuorientierung in Richtung zukunftsträchtige Technologie und breitere Aufstellung der Industrielandschaft ist längst überfällig!

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