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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Serie ohne Barrieren: Mit einem anderen Blick durch die Stadt

Foto: mia

Wenn Waltraud Burkhardt unterwegs ist, wird sie erkannt. Die Anzahl ihrer Ehrenämter und die jahrzehntelange Zugehörigkeit zur Stadt haben ihr Übriges getan. Sie erkennt ihr Gegenüber aber nicht immer auf Anhieb – weil sie sehr schlecht sieht. Trotzdem kommt sie überall in der Innenstadt wunderbar zurecht. Zumindest fast.

Donnerstag, 30. Juli 2020
Eva-Marie Mihai
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

„Haben wir es nicht wunderschön hier?“ – Wer mit Waltraud Burkhardt in der Innenstadt unterwegs ist, legt immer wieder eine Pause ein. Im Stadtgarten, um die bunte Vielfalt der Blumen zu bewundern. Auf der Brücke zum Bahnhof, um der Rems beim Plätschern zuzuschauen oder um über die Form des Gebäudes des Gold– und Silberforums zu betrachten. Sie sieht zwar nicht viel – tatsächlich ist Waltraud Burkhardt schwerst sehbehindert. Wenn sie Texte liest, muss sie die Buchstaben etwa um das 500-​fache vergrößern. „Aber ich hab das Glück, dass ich Farben sehe und ein bisschen in die Ferne sehen darf.“
Den Blick für das Schöne im Leben hat sie jedenfalls nicht verloren. Im Gegenteil. „Jede Minute mit Jammern ist eine vergeudete Minute.“ Dass das keine leere Floskel für die Frau ist, merkt man ihr an, wenn man sich mit ihr unterhält. Auch dass sie die Stadt liebt, in der sie jetzt seit mehr als einem halben Jahrhundert lebt. Aber auch wer liebt, sieht Missstände. Makel, die man hofft, künftig aus der Welt schaffen zu können.
Einer davon sind Ampeln, denen der barrierefreie Zusatz fehlt. Wie an der Stelle vom Zeiselberg über die Königsturmstraße in die Innenstadt. „Ich sehe nicht immer, ob die Ampel grün wird.“ Manchmal, je nach Tagesform und Kopfhaltung – ja. Aber oft auch nicht. Und dann ist sie angewiesen auf den lauten Ton, den die barrierefreie Ampel von sich gibt, wenn die Autos stehen. „Manchmal sehe ich, dass jemand losläuft, aber dann weiß ich nicht, ob das Jüngere sind, die einfach über die Straße springen.“ Verlassen will sie sich darauf nicht. Als sie vor Jahren blind vertraut hatte, als ihr einmal die Stufenanzahl falsch genannt wurde, hatte sie diese Lektion schmerzhaft gelernt. Sie will selbstständig sein. Und um das zu ermöglichen, gehören die barrierefreien Ampeln dazu. Seit neuestem hat sie auch eine App, die ihr sagt, wann eine Ampel umschlägt.
Den kompletten Text lesen Sie am 31. Juli in der RZ.

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