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Corona Lagebericht: Erstmals Virus-​Mutationen im Ostalbkreis

Foto: Screenshot

Im Ostalbkreis wurden nun erstmals Corona-​Virus-​Varianten nachgewiesen. Die mit diesen Varianten positiv Getesteten und deren Kontaktpersonen sind in Quarantäne. Im Ostalbkreis sind derzeit 400 aktive Corona-​Fälle (-46 zum Vortag, Stand 2.2., 24 Uhr) zu verzeichnen, im Rems-​Murr-​Kreis sind aktuell 273 Infizierte in Quarantäne (+16 zum Vortag, Stand 3.2., 15.53 Uhr). Für detaillierte Zahlen, Angaben zur Inzidenz und der Situation in den Kliniken bitte weiterlesen.

Mittwoch, 03. Februar 2021
Eva-Marie Mihai
3 Minuten Lesedauer



Von den Virus-​Varianten sind laut Kreisverwaltung aktuell sechs Personen betroffen. Bei drei Infizierten wurde die Virus-​Variante B.1.1.7 aus Großbritannien labortechnisch nachgewiesen, bei den anderen Positivfällen ist die vollständige Sequenzierung des Virus-​Genoms noch nicht abgeschlossen. In Frage kommen hier auch die brasilianische (B.1.1.28) oder die südafrikanische Variante (B.1.351).

Zur Begrenzung einer weiteren Verbreitung der Virusvarianten hat das Sozialministerium des Landes die Quarantänemaßnahmen angepasst. Für positiv getestete Personen gilt zwar nach wie vor eine 10-​tägige Absonderungspflicht. Deren Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen müssen aber – jetzt neu – für 14 Tage in Quarantäne. Ebenfalls neu ist, dass auch Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Für den Personenkreis, für den die verlängerte Quarantänefrist gilt, müssen die Städte und Gemeinden nun wieder Quarantänebescheide erlassen.

In diesem Zusammenhang kommt den Kommunen eine erweiterte Rolle bei der Überwachung der Quarantäne zu. Landrat Dr. Joachim Bläse hat die Städte und Gemeinden bereits über die Neuerungen und zusätzlich darüber informiert, dass eine aktive Überwachung der Einhaltung der Quarantäne durch tägliche Kontaktaufnahme bei den Kontaktpersonen erfolgen muss.

„Da die neuen Virus-​Varianten nach bisherigen Erkenntnissen schneller übertragbar sind, wird es noch wichtiger, die geltenden Abstands– und Hygienevorschriften sowie die Kontakt– und Ausgangsbeschränkungen einzuhalten“, macht Landrat Dr. Joachim Bläse deutlich. „Im Moment sind wir mit Unterstützung der Bundeswehr wieder in der Lage, die Kontaktpersonennachverfolgung tagesaktuell abzuarbeiten. Zudem zeichnet sich allmählich eine Abnahme der Neuinfektionen im Kreis ab. Bitte unterstützen Sie unsere gemeinsamen Bemühungen und meiden Sie Kontakte. Wir dürfen angesichts der neuen, noch ansteckenderen Varianten unsere bisherigen Erfolge nicht riskieren!“

Aktuell gibt es im Ostalbkreis eine 7-​Tage-​Inzidenz von 80 Neuinfektionen/100.000 Einwohner und 400 Fälle, die meisten in Gmünd (94) und Aalen (69). Weitere Orte: Abtsgmünd (17), Bartholomä (3), Böbingen (3), Durlangen (3), Eschach (5), Göggingen (15), Gschwend (6), Heubach (7), Heuchlingen (2), Iggingen (1), Leinzell (1), Lorch (10), Mögglingen (2), Mutlangen (12), Obergröningen (0), Ruppertshofen (10), Schechingen (3), Spraitbach (2), Täferrot (0), Waldstetten (9).

Seit Beginn der Pandemie gab es im Ostalbkreis 8912 Infizierte, 219 Covid-​19-​Patienten sind verstorben. Die aktuelle Situation in den Kliniken im Ostalbkreis: 60 von 73 Intensivbetten sind belegt, 7 Covid-​19-​Patienten befinden sich laut Divi-​Intensivregister in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 3 beatmet.

Im Rems-​Murr-​Kreis gibt es aktuell 271 Fälle und die 7-​Tage-​Inzidenz beträgt 39. Die meisten Fälle gibt es in Schorndorf (35), Fellbach (46) und Backnang (18). In Alfdorf gibt es aktuell 10 Corona-​Fälle, in Welzheim 10.

Seit Beginn der Pandemie gab es im Rems-​Murr-​Kreis 12.194 Infizierte, 285 Covid-​19-​Patienten sind verstorben. Die Situation in den Kliniken: 52 von 61 Intensivbetten sind belegt, 4 Covid-​19-​Fälle befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 3 beatmet.


Die Rems-​Zeitung hat die veränderte Lage auch kommentiert:

Nicht alles tun, was nicht verboten ist
VIRUS-​VARIANTEN: Nicht nachlässig werden, weil Inzidenz-​Zahlen sinken
Von Gerold Bauer
Eine 7-​Tage-​Inzidenz von nur noch 39 im Rems-​Murr-​Kreis weckt die Hoffnung, dass vielleicht schon bald wieder ein ganz normales Alltagsleben möglich sein wird. Die Ostalb hinkt zwar mit einer Inzidenz von 80 noch etwas hinterher, war aber auch beim Anstieg der Infektionszahlen etwas später dran als die Nachbarn an Rems und Murr. Wenn der Landrat des Ostalbkreises nun befürchtet, dass dieser erfreuliche Abwärts-​Trend von den neuen und ansteckenderen Virus-​Varianten wieder zunichte gemacht werden könnte, ist das nicht unbegründet. Denn die Verbreitung von Corona erfolgt nicht linear. Sprich: nicht einer steckt jemand an – und derjenige dann wieder einen anderen. Wenn eine Person zum Beispiel drei Leute ansteckt und die dann jeweils wieder drei, dann werden in der Statistik im Nu aus einem einzigen Fall neun Infizierte. Und angesichts der — nach bisherigen Erkenntnissen — höheren Ansteckungsrate bei den neuen Typen des Corona-​Virus ist dieses Szenario einer rasanten Verbreitung keineswegs aus der Luft gegriffen. Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass es nun weiter und umso mehr auf das Verhalten eines jeden Einzelnen ankommt. Durch vorausschauendes. umsichtiges Handeln lässt sich nämlich die Verbreitung von Corona bremsen – auch ohne dass dazu bis ins Detail Auflagen durch Behörden gemacht werden. Es würde viel helfen, wenn jeder Einzelne einfach in Sachen Kontakte freiwillig Verzicht übt. Man kann ja auch vieles bleiben lassen, obwohl es nicht ausdrücklich verboten ist!

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