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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Verfassungsschutz beobachtet auch „Querdenken 7171

Foto: Johannes Zimmermann

Die Gruppe „Querdenken 7171“ aus Schwäbisch Gmünd gehört zu den rund 20 Gruppen dieser Richtung in Baden-​Württemberg, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Dafür gibt es eindeutige Hinweise, sagt ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.

Mittwoch, 03. Februar 2021
Eva-Marie Mihai
1 Minute 36 Sekunden Lesedauer

Es ist so: Alle Organisationen, die nachweislich zu „Querdenken 711“ gehören, werden vom Verfassungsschutz beobachtet. In ganz Baden-​Württemberg sind das etwa 20 Gruppen. Dazu gehört auch „Querdenken 7171“ in Schwäbisch Gmünd, wie ein Sprecher des Verfassungsschutzes bestätigt.
„Wir rechnen Querdenken 7171 der Stuttgarter Gruppe Querdenken 711 zu, weil es inhaltliche und personelle Überschneidungen gibt“, sagt der Sprecher. Es werde aufeinander Bezug genommen, die selben Redner treten hier wie dort auf. Ein Beispiel dafür sei der Besuch des Stuttgarter Querdenken-​Initiators Michael Ballweg am 22. Januar in Schwäbisch Gmünd.

Kommentar von Eva-​Marie Mihai
Über Gegner der Corona-​Maßnahmen, Querdenker und Verschwörungsmystiker mag sich jeder selbst seine Meinung bilden. Wobei die angesichts der schrecklichen Schicksale, die jedem ungeschönt vor Augen geführt werden, eigentlich eindeutig und einhellig ausfallen muss. Wenn es um die gesundheitliche Gefährdung anderer Menschen geht, ist es egoistisch und ignorant, sich selbst nicht einschränken zu wollen und das Verbot sämtlicher Corona-​Maßnahmen zu fordern.
Trotzdem ist es die einzig richtige Entscheidung des Ordnungsamts die tägliche Mahnwache auf dem Gmünder Marktplatz zu genehmigen. Denn dieselben Gesetze, die regeln, dass Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie umgesetzt werden können, erlauben eine Demonstration gegen dieselben.
Ja, der Verfassungsschutz hat die Organisation „Querdenken 7171“ als extremistisch eingeordnet, unter deren Flagge die Demo nach außen hin abgehalten wird. Aber die Mahnwache wurde von einer Privatperson angemeldet – nicht von der Organisation. Wenn die von den Demonstranten angeprangerte Obrigkeit sich in diesem Fall nicht an die scharfen Kanten des Gesetzes halten würde, sondern sich von anderen, möglicherweise gefühlsbasierten Beweggründen leiten ließe, würde sie ihre Souveränität verlieren. Der Schere zwischen den unterschiedlichen Meinungsbildern klafft immer weiter. Ein Kopfschütteln über die Weltanschauung der jeweils anderen Gesellschaftsgruppe ist oft noch das höflichste Kommunikationsmittel zwischen beiden. Aber umso größer diese Diskrepanz, umso wichtiger ist die Grundlage, auf die die Gesellschaft aufgebaut ist – das Grundgesetz. Inklusive Artikel 8: Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

Allerdings sind die Querdenker nicht die einzigen, die im Raum Gmünd unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. Was die Stadt von der Sache hält, lesen Sie am Mittwoch in der Rems-​Zeitung.

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