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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Am Samstagabend: Feuerwerk versetzt viele Menschen in Angst und Schrecken

Foto: privat

Explosionsgeräusche und Feuerschein am Samstagabend im Bereich der Stadt Schwäbisch Gmünd. Dazu waren auch Einsatzfahrzeuge zu hören. Bei der Polizei gingen mehrere besorgte Anrufe ein.

Samstag, 10. April 2021
Heino Schütte
3 Minuten Lesedauer

Auch in den umliegenden Stadtteilen versetzte die etwa 20-​minütige Szenerie viele Menschen in Angst und Schrecken. Notrufleitungen waren zeitweise blockiert. Etliche Menschen wollten besorgt erfahren, was in Gmünd passiert und dachten an das Schlimmste. Berichtet wird auch von Kindern, die gerade eingeschlafen waren, jedoch wachgerissen und wurden und weinend von ihren Eltern beruhigt werden mussten. Die Nachfrage der Rems-​Zeitung in der Führungszentrale der Polizei ergab: Es habe sich lediglich um das Feuerwerk einer Hochzeitsgesellschaft im Bereich der Gmünder Weststadt gehandelt. Der Clou: Das feurige und lautstarke Spektakel sei von der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd genehmigt gewesen. Die Auswirkung: In Corona-​Zeiten ist ein solches Feuerwerk zu einem seltenen Schauspiel geworden, so dass die Beunruhigung verständlich war. Andererseits, so die erste Resonanz in den sozialen Netzwerken nach der überraschenden Einlage am Nachthimmel über der Weststadt am Samstagabend: Viele Menschen erfreuten sich auch an diesem erhellenden Anblick, zumal noch an Silvester von Feuerwerk offiziell abgeraten worden war.

Aktualisierung: Beim Artikel oben handelt es sich um eine Erstmeldung, die schnell Online ging, um die Menschen zu informieren, dass es sich nur um ein Feuerwerk und nicht um einen Brand mit Explosionen handelte. In der Montagausgabe hat die RZ das Thema nochmals auf der Basis der dann bekannten Fakten und Umstände aufgegriffen. Lesen Sie hier den vollständigen Text:

Irritationen durch privates Feuerwerk

Manche vermuteten eine Explosion, andern gefiel das Spektakel

In der Silvester-​Nacht oder wenn im Zuge einer großen Veranstaltung ein Feuerwerk über die Bühne geht, kommt niemand auf die Idee, dass es sich um Explosionen im Zuge eines Brandes
handeln könnte. Bei einem privaten Feuerwerk in der Weststadt war dies anders. Zwar war das Spektakel korrekt angemeldet – aber die Öffentlichkeit wusste das nicht. Wer das Feuerwerk nicht sah, sondern nur hörte, war zunächst davon irritiert.

Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND. „Explosionsgeräusche und Feuerschein am Samstagabend im Bereich der Stadt Schwäbisch Gmünd. Dazu waren auch Einsatzfahrzeuge zu hören, und gleichzeitig waren die Telefone bei der Polizei ständig besetzt“, schildert ein Augen– und vor allem Ohrenzeuge, warum ihn die Situation am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit zuerst erschreckt hatte. Kinder, die schon geschlafen hatten und durch das Knallen geweckt wurden, haben geweint, teilte eine Familie der RZ mit.
Diese Erstmeldung der Rems-​Zeitung im Internet rief im sozialen Facebook rund 400 recht unterschiedliche Kommentare hervor – wobei die Mehrheit der Meinung war, dass es in dieser nahezu veranstaltungsfreien Zeit doch eine schöne Abwechslung sei, mal wieder ein Feuerwerk zu sehen. Zumal es sich, wie später bekannt wurde, nicht einfach um eine private Knallerei mit Restbeständen eines Silvester-​Feuerwerks handelte, sondern um ein von Profis inszeniertes Spektakel mit schönen optischen Effekten.
„Kompliment an die Veranstalter, das war ein sehr schönes Feuerwerk!“ lautete einer der Kommentare. Und: „Ein positives Signal und schöne Geste in dieser schwierigen Zeit!“ Dass jemand deshalb die Polizei alarmierte und die Notrufnummern dadurch blockierte, wurde mit Kopfschütteln quittiert. Im Gegenzug war allerdings zu lesen: „Also am Rehnenhof hat man mehrere sehr laute Knaller gehört. Ich fand es schon etwas beunruhigend. Für ein kleines privates Feuerwerk war es aber schon sehr lang und laut.“ Erwartungsgemäß wurde das Thema auch zum Aufhänger für Kommentare, die sich grundsätzlich und kritisch mit Corona-​Maßnahmen befassten.
Namens der Stadt Gmünd machte der Leiter des Amts für Medien und Kommunikation, Markus Herrmann, angesichts der Reaktionen deutlich: „Organisiert wurde das Feuerwerk auf einer privaten Fläche von einem zugelassenen Berufsfeuerwerker, der dafür keine Genehmigung braucht, sondern das Feuerwerk lediglich anzeigen muss – was bei uns und bei der Polizei geschehen ist.“
Die Coronavorgaben seien mit Blick auf die Teilnehmerzahl eingehalten worden, da das Feuerwerk lediglich zur Perlen-​Hochzeit der Eltern des Feuerwerkers gemacht wurde und somit nicht mehr als fünf Personen im Freien anwesend waren. „Da die Feuerwerksfläche abseits von Wohnquartieren und öffentlichen Plätzen lag und auch nicht vorab dazu eingeladen wurde, bestand keine Gefahr, dass es dort zu einer Versammlung oder Zusammenkunft über die nach der Verordnung erlaubten Zahl von Personen hinaus kommt“, so Herrmann, der in diesem Zusammenhang außerdem daran erinnerte, das an Silvester nur der Verkauf von Feuerwerk untersagt war. Das Abbrennen von Restbeständen auf privaten Fläche war auch zum Jahreswechsel erlaubt.
Organisator Manuel Grüninger brachte sein Unverständnis über manche Kommentare zum Ausdruck: „Was ich hier lesen muss, erschreckt mich leider etwas. Nicht nur dass diverse Leser mit sehr gefährlichem Halbwissen glänzen (und manch anderer gar vollkommen falsch liegt, sondern vor allem dass den Leuten heutzutage gar nichts mehr vergönnt wird.“ Zur Klarstellung betonte er, dass er als Inhaber einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis nach Paragraph 7 des Sprengstoffgesetzes ein solches Feuerwerk zünden dürfe und dass er die Durchführung dieses professionellen Feuerwerks auch ordnungsgemäß der zuständigen Behörde gemeldet habe.


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