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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Kommentar: Ein Angriff auf das Gesundheitssystem

Foto: privat

Während auf dem Oberen Marktplatz Tische und Stühle aufgebaut wurden, um gegen die Corona-​Maßnahmen zu protestieren, kämpfen Ärzte und Pflegepersonal auf den Intensivstationen der Kreiskliniken um das Überleben zahlreicher Menschen. Diese Aktion im Herzen Gmünds, die in sozialen Medien als „Flashmob-​Café“ bezeichnet wird, zeigt einmal mehr, wie empathielos das Kritiker-​Lager mittlerweile ist.

Montag, 26. April 2021
Thorsten Vaas
59 Sekunden Lesedauer

Traurig, ja erbärmlich ist die Tatsache, dass die Versammlungs– und Meinungsfreiheit in Verachtung für die Stützen der Gesellschaft in den Verwaltungen, Krankenhäusern, oder der Polizei umgeschlagen sind. Nichts anderes als ein Angriff auf das Gesundheitssystem ist es nämlich, wenn am Samstagmorgen ein Kaffee-​Kränzchen auf dem Marktplatz inszeniert wird, um zu verdeutlichen, dass die Teilnehmer nichts von Regeln halten, die sie selbst und ihre Mitmenschen schützen sollen. Masketragen und Abstandhalten sind zwei solcher Regeln, die hilfreicher nicht sein können. Anders formuliert: Wer maskenlos und dicht an dicht in Zeiten steigender Infektionszahlen und überlasteter Intensivstationen meint, er müsse auf dem Marktplatz mit Gleichgesinnten frühstücken, provoziert genau das, wogegen er protestiert: immer schärfere Corona-​Regeln.
Wer wirklich respektiert, was Ärzte und Pflegepersonal tagtäglich in den Kliniken leisten, spart sich bloße Lippenbekenntnisse, unangebrachte Forderungen, verzichtet auf unnötige Kontakte, spontane Sit-​ins, „Flashmob-​Cafés“ und macht sich bewusst, dass eines der besten Gesundheitssysteme der Welt trotz aller Mühen und Kraftanstrengungen gerade vor dem Kollaps steht. Die Kapazität an Intensivbetten ist nahezu ausgereizt. Nur ein Herzinfarkt oder Motorradunfall zu viel, und der Patient kann nicht mehr im Ostalbkreis intensivmedizinisch versorgt werden. Niemand kann das ernsthaft wollen!

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