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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Schmiedgassen: Vom Schandfleck zur Flaniermeile

Fotos: esc

Einbahnstraße, Fußgängerzone, Außengastronomie und Einzelhandel auf der Straße – das Experiment Schmiedgassen hat bereits begonnen. Es gibt viel Lob dafür, aber es es gibt auch kritische Stimmen. Am Mittwoch werden die neuen Pop-​up-​Plätze offiziell eröffnet.

Mittwoch, 28. Juli 2021
Edda Eschelbach
2 Minuten 13 Sekunden Lesedauer

Gefragt, wie sie die neue Gestaltung finden, haben Passanten, die sich in der neuen Außengastronomie in der Hinteren und Vorderen Schmiedgasse niedergelassen haben, nur lobende Worte. „Es ist sehr schön geworden“, bekommt man zu hören. Selbst der hie und da gescholtene künstliche Sandstrand zwischen den Schmiedgassen ist offensichtlich schon jetzt ein gern besuchter Platz. Er scheint vor allem bei der jüngeren Generation gut anzukommen.

Wie die Verkehrssituation in den beiden Schmiedgassen momentag ist, hat die Rems-​Zeitung am Dienstag unter die Lupe genommen und beschreibt es am 28. Juli.

RZ-​Redakterurin Edda Eschelbach hat die Situation in den Schmiedgassen kommentiert:

Nicht immer maulen

Die beiden Schmiedgassen sollten eine Chance bekommen. Und die Menschen sollten sie wahrnehmen. In letzter Zeit schimpfen immer wieder Menschen über die neue Verkehrsführung der beiden Schmiedgassen. Es geht in der Regel um Stau, Abgase, zu viel Verkehr in der Hinteren Schmiedgasse, am Kalten Markt und in der Rosenstraße. Als wäre das zu bestimmten Tageszeiten vorher anders gewesen. Am Dienstag gegen 13 Uhr und gegen 16 Uhr war jedenfalls kaum Verkehr in genau diesen Straßen – und schon gar kein Stau. Aber um denen, die sich beschweren, entgegenzukommen, gäbe es doch eine ganz einfache Lösung: Die Fußgängerzone auf beide Schmiedgassen ausweiten. Dann erübrigt sich das Gejammer von jetzt auf nachher. Und es könnte sogar sein, dass einige sich darüber riesig freuen würden. Nur so eine Idee – von einer überzeugten Autofahrerin, die tatsächlich zu Fuß die paar Meter vom Parkhaus in die Schmiedgassen kommt.

Kaum Verkehr gibt es jetzt in der Vorderen Schmiedgasse. Da herrscht Ruhe – sollte man meinen. Denn immer noch fahren uneinsichtige Fußgängerzonen-​Leugner einfach mit ihren Vehikeln durch. Vorbei an großen Verkehrsschildern, die genau das untersagen. Da kommt einem schon die Frage in den Sinn, ob die Damen und Herren ihren Führerschein bei der Glücksspirale gewonnen haben. Und es stellt sich zudem die Frage nach dem Warum. Also wer fährt, um in die Königsturmstraße zu kommen oder ins Parkhaus im Citycenter, durch die Hintere Schmiedgasse, wo er mit 20 Stundenkilometern durchzuckeln darf, um im Kalten Markt wegen jedem Fußgänger anzuhalten? Und wo will jemand hin, der von der Hinteren Schmiedgasse in die Vordere einbiegt? Früher – jedenfalls hatte der Zuschauer am Straßenrand häufig den Eindruck – wollten die Fahrer mit ihren Karossen gesehen werden. Gern gesehen waren die aber auch damals schon nicht.

Im Großen und Ganzen ist es jetzt wirklich schön in den Schmiedgassen – direkt eine Einladung, sich zu setzen, etwas zu bestellen und sich wohlzufühlen. Je mehr Gmünderinnen und Gmünder die Schmiedgassen für sich entdecken, um so leichter wird es auch für die Geschäftsleute hier. Eine Win-​Win-​Situation am Ende. Und selbst, wenn es noch ein paar Sachen gibt, die verbessert werden können, haben die beiden Gassen jetzt schon gewonnen.

Und sie sind es allemale wert, ihre Chance zu bekommen. Die Menschen werden sich daran gewöhnen. Sie haben sich ja auch daran gewöhnt, auf dem Marktplatz in der Sonne zu sitzen, statt dort wie früher ihr Auto zu parken.

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