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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Klimaverbesserung und Hochwasserschutz: „Schwammstadt“-Konzept

Foto: gbr

Kommunen können im dicht besiedelten Raum mit Hilfe des „Schwammstadt“-Konzepts nicht nur etwas gegen Überschwemmungen und Flutwellen tun, sondern machen damit auch sehr heißes Sommerwetter leichter erträglich. Im Park auf dem Hardt soll diese Idee erstmals in Gmünd zum Einsatz kommen.

Mittwoch, 18. August 2021
Gerold Bauer
1 Minute 27 Sekunden Lesedauer

Der Gmünder Baubürgermeister Julius Mihm hat den Begriff „Schwammstadt“ schon nach dem Starkregen und der Überflutung des Taubentals am 23. Juli ins Gespräch gebracht. Nun, nach der Flutkatastrophe im Ahrtal, denkt man vielerorts über dieses innovative Konzept nach. Modellhaft kann man sich zum Beispiel in Berlin bereits anschauen, wie Wasser nicht mehr abgeführt, sondern durch speziell geschaffene Pufferzonen im öffentlichen Raum gespeichert wird, um später vor Ort zu verdunsten.

„Stadtentwicklung muss sich zukünftig verstärkt auf die Klimaanpassung einstellen“, sagt der Berliner Landschaftsarchitekt Dr. Carlo W. Becker und der Gmünder Baubürgermeister pflichtet ihm da bei. Wie eine „Schwammstadt“ funktioniert und wie sie in Gmünd realisiert werden kann, steht am 19. August in der Rems-​Zeitung!

Die RZ hat das Thema auch kommentiert:

Nach der Flut
ist vor der Flut

Die Zeit für Schutzmaßnahmen vor Hochwasser und Starkregen ist jetzt
und sollte auch Priorität haben

Von Gerold Bauer

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – diese alte Fußballerweisheit gilt auch für den Umgang mit Naturereignissen wie Hochwasser oder Starkregen. Soll heißen: Jetzt, wenn die Öffentlichkeit und die kommunalen Entscheidungsträger durch Ereignisse vor Ort und durch die Bilder der Flutkatastrophe in anderen Teilen Deutschlands sensibilisiert sind, müssen die Weichen gestellt und Schutzmaßnahmen nicht nur diskutiert, sondern gleich geplant und bald umgesetzt werden. Die althergebrachte Strategie, alles Wasser, das vom Himmel fällt, möglichst schnell in einen Kanal und von dort in einen Bach oder Fluss zu leiten, hat sich als falsch erwiesen. Denn damit wälzen höher gelegene Orte das Problem auf die Unterlieger ab – und es gibt dann den sprichwörtlichen Letzten, den die Hunde in Gestalt einer Flutwelle beißen. Dass dezentral gepuffertes Regenwasser auch noch das Klima im Sommer verbessert, ist ein weiteres Argument, warum Kommunen nicht zögern dürfen. Erst dann „aufzuwachen“, wenn wieder ein heftiges Unwetter den Gmünder Raum unter Wasser setzt, wäre viel zu spät!

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