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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Bruno Röttele ist tot — Gmünd verliert einen ganz besonderen Bürger

Foto: ml

Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Bruno Röttele im Alter von 79 Jahren macht tief betroffen. Er war ein ganz besonderer Mensch, der sich in außergewöhnlicher Weise um die Stadt Gmünd verdient gemacht hat.

Samstag, 28. August 2021
Gerold Bauer
1 Minute 41 Sekunden Lesedauer

Obwohl er den 80. Geburtstag schon in Sichtweite hatte, dachte Bruno Röttele nicht daran, komplett in den Ruhestand zu treten. Die Leitung des renommierten Herrenmode-​Geschäfts hatte der vierfache Familienvater und passionierte Jäger zwar längst an seinen Sohn Martin übergeben, aber sein Beruf machte ihm immer noch so viel Freude, dass er als Seniorchef fast täglich im Laden stand. Seine Leidenschaft brannte für den Verkauf — und das spürte man an der Art, wie Bruno Röttele seine Kunden bediente. Ein immenses Fachwissen ging bei ihm einher mit einer Freundlichkeit, die aus dem Herzen kam.
Sein Herz schlug aber keineswegs nur für sein Unternehmen, sondern auch für Gmünd als Ganzes. Als langjähriges Mitglied des Gmünder Gemeinderats und zeitweise Vorsitzender der CDU-​Fraktion hatte sein Wort Gewicht, und er konnte die Entwicklung der Stadt maßgeblich mitbestimmen. Ein Schwäbisch Gmünd, in dem sich die Menschen wohlfühlen, war dabei stets sein Ziel.
Bruno Röttele war ein sehr vielseitig begabter und engagierter Mensch. Als Sportler gehörte er in der Nachkriegszeit zu den Wiedergründern der DJK und spielte Volleyball. Die Musik hatte es ihm ebenfalls angetan, so dass er aktives Mitglied in der Kolpingkapelle wurde und später mehr als 20 Jahre Vorsitzender der Gmünder Kolpingfamilie war und mit dazu beitrug, dass ein großes Spendenvolumen in Projekte in der Dritten Welt floss. Als gläubiger Katholik hatte Röttele zudem schon als sehr junger Mann auch bei der katholischen studierenden Jugend Verantwortung übernommen.
Sein beruflicher Werdegang führte über die kaufmännische Ausbildung und ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft in die Selbstständigkeit. Zunächst führte er in Gmünd ein eigenes Geschäft für Leder– und Trachtenmoden, das dann 1971 mit Fachgeschäft für Herren– und Knabenmoden seines Vaters Karl zusammengelegt wurde. Der Erfolg des Unternehmens, zunächst in der Kornhausstraße und später im Leicht-​Gebäude am Kalten Markt, war unübersehbar. Dies war nicht zuletzt dem Elan und dem fachlichen Können von Bruno Röttele zu verdanken.

Dieses Wissen und seine Visionen waren natürlich auch im Gmünder Handels– und Gewerbeverein sowie im Aktionskreis Attraktives Gmünd und im Kuratorium der Lehranstalt des deutschen Textilhandels gefragt. Ein besseres Aushängeschild als den stets eleganten und durch sein kultiviertes Auftreten beeindruckenden Bruno Röttele konnte man sich für die Gmünder Geschäftswelt kaum vorstellen. Er war der Grandseigneur des Gmünder Einzelhandels und hat in der Stauferstadt bleibende Spuren hinterlassen!

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