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Nachrichten Böbingen an der Rems

Dem Böbinger Tunnel ein Stück näher, aber noch nicht am Ziel

Foto: gbr

Das Bundesverkehrsministerium hat sich nun ebenfalls für eine unterirdische Verkehrsführung der Bundesstraße 29 im Zuge der Böbinger Ortsdurchfahrt ausgesprochen und eröffnet der Gemeinde damit vielversprechende Entwicklungsperspektiven im Ortskern. Warum die Böbinger aber weiterhin der großen Politik auf die Füße treten müssen, steht in einem Kommentar der Rems-​Zeitung, den Sie auch online lesen können.

Mittwoch, 15. September 2021
Gerold Bauer
1 Minute 52 Sekunden Lesedauer

Der Brief von Staatsekretär Steffen Bilger landete am Vormittag auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Jürgen Stempfle – und der machte gedanklich einen Luftsprung, weil damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Zum einen wird es in der Böbinger Ortsmitte dann deutlich weniger Verkehrsbelastung geben. Zum anderen eröffnet es für die Gemeinde ein enormes städtebauliches Entwicklungspotenzial, wenn der Ortskern dann nicht mehr von einer vielbefahrenen Bundesstraße durchschnitten ist. Für die Zeit danach, sprich wenn der Tunnel fertig ist, hat der Böbinger Schultes auch schon Visionen.

Dass man in Böbingen vermutlich genug noch genug Zeit haben wird, um diese Visionen auszuarbeiten, erklärt der aktuelle RZ-​Kommentar:

Die Bagger stehen noch nicht bereit

Die Freude in Böbingen über die gute Nachricht aus Berlin ist groß, aber es ist noch keine Baufreigabe für den Tunnel.

Von Gerold Bauer

Das Signal aus Berlin, dass man im Bundesverkehrsministerium mit Blick auf Böbingen ebenfalls einen Tunnel für die beste Lösung hält, ist grandios. Denn nachdem jetzt in diesem Punkt Einigkeit herrscht, braucht bei der Planung niemand mehr Zeit für andere Varianten vergeuden. Stattdessen kann man die Kräfte bündeln und den Tunnel nun gezielt voran treiben. Allerdings muss auch betont werden, dass es sich bei dem Schreiben von Staatssekretär Steffen Bilger keineswegs um eine Baufreigabe handelt. Es müssen zunächst noch viele Schritte vollzogen werden, bis überhaupt eine rechtskräftige Planung auf dem Tisch liegt. Erst wenn sämtliche technischen und rechtlichen Fragen geklärt sowie alle Anregungen und Bedenken von Trägern öffentlicher Belange abgewogen sind und über eventuelle Widersprüche vor Gericht entschieden wurde, ist mit dem Planfeststellungsbeschluss die Vorbereitung in trockenen Tüchern. Wenn dann noch die Finanzierung steht, kann der Bau beginnen. Ein Blick in die Nachbargemeinde Mögglingen zeigt, dass nicht nur Papier geduldig sein kann, sondern dass Menschen auch dann noch geduldig sein müssen, wenn ein Projekt auf dem Papier schon quasi fertig ist. Von jenem Tag, an dem dort die Planfeststellung für die Südumgehung unter Dach und Fach war, vergingen bis zur Verkehrsfreigabe rund zwei Jahrzehnte des Wartens und des ermüdenden „Kanzleitrosts“ seitens der großen Politik. Die Bagger für den Tunnelbau stehen in Böbingen also noch längst nicht bereit. Das heißt, dass man sich keineswegs zurücklehnen darf, sondern jetzt erst recht den Entscheidungsträgern immer wieder auf die Füße treten muss. Das Wohl der Bevölkerung und die Bedeutung der B 29 als Verkehrsachse sind sehr gute Argumente für eine rasche Realisierung!

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