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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Zentralklinik im Ostalbkreis? Eßwein und Arnold haben Forderungen

Foto: tv

Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein und Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold fordern Zugeständnisse von Landrat Joachim Bläse in der Klinikfrage. Andernfalls wollen sie dem Haushaltsentwurf im Kreistag nicht zustimmen.

Montag, 28. November 2022
Thorsten Vaas
2 Minuten 10 Sekunden Lesedauer

Es geht ihnen zu schnell. Eßwein und Arnold befürchten, dass der Kreistag bereits im Dezember Kriterien für ein Zentralklinikum und den Standort beschließen könnte. „Ich werbe dafür, das Tempo rauszunehmen“, sagt Arnold. Für ihn wie auch Mutlangens Bürgermeisterin Eßwein führt der Weg zu einer neuen, guten medizinischen Infrastruktur im Ostalbkreis über Bürgerbeteiligung. „Das schafft Akzeptanz“, sagt Eßwein und berichtet von zahlreichen Fragen aus der Bürgerschaft, die in einen Brief an Landrat Joachim Bläse mündeten. Wie soll ein Zentralklinikum gegen eine immer prekärer werdende Personalsituation helfen? Wie kann die medizinische Versorgung im westlichen Teil des Landkreises mit umfassender Notfallversorgung und einer höchstens 30-​minütigen Anfahrtszeit zur Zentralklinik gewährleistet werden? Es sind nur zwei von vielen Fragen, auf die die beiden Bürgermeister aus dem Landratsamt noch keine Antwort bekommen haben.
Dort geht es am Dienstag wieder um die Zukunft der Kliniken Ostalb. Nachdem sich Landrat Bläse in seiner Haushaltsrede für ein Zentralklinikum ausgesprochen hatte, werden nun die Fraktionen Stellung dazu nehmen, darunter die CDU mit Eßwein und Arnold, die mit ihrer Position allerdings nicht die ganze Fraktion vertreten. Die Klinik müsse man vom Haushalt ausklammern, ebenso das Aalener Union-​Areal, wo das Sozial-​Landratsamt gebaut werden soll, meint der Gmünder Oberbürgermeister, denn eine Zustimmung zum Haushalt induziere eine Zustimmung für beide Projekte. Allein das Union-​Areal steht mittlerweile bei mehr als 100 Millionen Euro. Und dann noch ein Zentralklinikum für bis zu 800 Millionen Euro? Wenn beides mit dem Haushalt verabschiedet werde, „schafft das Zwänge. Die Lösungen dafür sind nicht unbedingt optimal und günstig“.
Nur was ist schon günstig? Veränderungen sind meist konfliktbehaftet. Vor allem das Thema Gesundheit. Die gibt’s nicht zum Nulltarif. Aber mit welchen Folgen? Die Kreisumlage müsste 3,4 Prozentpunkte erhöht werden, errechnete die Rems-​Zeitung, 30 Jahre lang müssten 42 Städte und Gemeinden erheblich mehr an den Landkreis zahlen (hier geht es zum e-​Paper vom 23. November). In Mutlangen würden hunderttausende Euro für lokale Projekte wie Straßensanierungen und Co. fehlen, bei der Stadt Gmünd sind es Millionen. Und vor allem: „Ist das Defizit der Kliniken dann wirklich niedriger?“, fragt Arnold, der wie seine Kollegin aus Mutlangen für eine zweihäusige Struktur mit Kliniken in Mutlangen und Aalen plädiert. Bei all den Debatten zur Zukunft der Kliniken sei jedoch eines „enorm wichtig“, wie Eßwein sagt: Regionalkonferenzen, Bürgerbeteiligung, Alternativen, weniger Zeitdruck. Diese Zugeständnisse fordern die beiden Bürgermeister von Landrat Bläse. Sonst wollen sie dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen. „Da müssen wir konsequent denken“, so Arnold.

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