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Klinikdebatte im Ostalbkreis: Wie geht es weiter?

Ostalb

Foto: tv

Die Demografie ist das Damoklesschwert der Kliniken Ostalb. „Auf Dauer werden wir selbst zwei qualitativ hochwertige Klinikstandorte nicht erhalten können“, sagt Landrat Joachim Bläse, der in seiner Haushaltsrede Anfang November deshalb für ein Zentralklinikum plädiert hat. Wie geht es nun weiter?

Mittwoch, 30. November 2022
Thorsten Vaas
157 Sekunden Lesedauer

Am vergangenen Dienstag erhielt er dafür viel Zuspruch aus den Reihen der Fraktionen. Auch ihnen scheint wie Bläse inzwischen klar geworden zu sein, dass es künftig an Fachkräften fehlen wird. Schon heute „gibt es eine Schräglage am Arbeitsmarkt“, sagt der Landrat und berichtet von offenen Pflegestellen, die man jetzt schon nicht besetzen könne.
Schülerzahlen und damit die Zahl potenzieller Azubis gingen zurück, die Generation der Baby-​Boomer gehe in Rente, gleichzeitig werde die Gesellschaft immer älter und brauche öfter eine klinische Behandlung. Dieses Szenario ist für Bläse nahe. „Wir dürfen nicht von heute auf morgen schauen. 2030 bis 2040 muss das funktionieren. Dafür fühle ich mich verantwortlich.“ Weshalb er sich in den vergangenen Wochen und Monaten mit der Demografie und den Auswirkungen auf die vier Bausteine beschäftigt hatte, die für ihn zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung gehören: allem voran die Notfallversorgung, die Geburtenhilfe, Geriatrie und ambulante Behandlungsmöglichkeiten. All das führt ihn zur Zentralklinik. In den Kommunen soll darüber diskutiert werden, wie diese Eckpfeiler der Versorgung funktionieren können. „Wir machen nichts ohne die Bevölkerung“, verspricht er und kündigt Informationsveranstaltungen an.
Zunächst aber geht die Arbeit im Kreistag weiter. Am Haushalt, aus dem Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold das Klinikthema lösen will. Seine Befürchtung: Eine Zustimmung zum Haushaltsentwurf wäre die Zustimmung zur Zentralklinik. „Es sind keine Summen dafür im Haushalt vorgesehen. Da gibt es nichts rauszulösen“, entgegnet Bläse. Freilich werde man über Posten diskutieren — mit der zukünftigen Gesundheitsversorgung habe all das jedoch nichts zu tun. Im Ringen um „die sachlich beste Lösung“ in der Klinikfrage, könne er Arnolds Position allerdings gut verstehen. „Er hat ein Mandat für Gmünd, ich eines für den Kreis.“ Man müsse weg von der Diskussion um Standorte, hin zur Frage nach der besten Versorgung.
Die gibt es jedoch nicht zum Nulltarif. Eine Zentralklinik kostet viel Geld. Grob geschätzt 800 Millionen Euro. Wahrscheinlich mehr. Genau lässt sich das noch nicht beziffern. Fest steht bereits, dass es ein finanzieller Kraftakt für den Ostalbkreis wird. Deshalb hat Bläse eine Bedingung: „Mit einem neuen Haus darf es kein Defizit mehr geben.“ Das war in den vergangenen Jahren, insbesondere durch verschobene Eingriffe auf 26 Millionen Euro angewachsen. In normalen Jahren liegt es bei rund 10 Millionen Euro. Mit dem gesparten Defizit könne man einen Teil der Finanzierung stemmen.
Doch an diesem Punkt ist man noch nicht. Jetzt geht erst die Sacharbeit los. In der Verwaltungsratssitzung am 6. Dezember gehe es um Handlungsaufträge für den Landkreis, um weiter planen zu können. „Das ist noch kein Beschluss“, sagt Bläse. Man brauche ein gutes Haus und kurze Wege — sonst werde der Kreistag einer Klinikreform sicher nicht zustimmen. Angesichts des demografischen Wandels und sündhaft teurer Medizintechnik wird dem Gremium wahrscheinlich auch nichts anderes übrig bleiben. Allein der Technik wegen, die mittlerweile so viel koste, dass man sich die nicht an zwei Standorten leisten könne. „Die Frage ist: Habe ich den Mut, über Zukunft zu sprechen, oder investiere ich viel Geld in zwei Häuser und merke dann, dass es zu kurz gesprungen war?“

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