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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Ex-​Botschafter Rüdiger von Fritsch findet bei Andacht klare Worte

Foto: Richter

Der frühere Diplomat und deutsche Botschafter in Russland legte bei einer Andacht in der Gmünder Augustinuskirche am Donnerstagabend seine Sicht auf die Invasion in der Ukraine dar. Rund 50 Besucher waren dem Aufruf der Kirchengemeinde gefolgt, viele von ihnen entzündeten Teelichter als Zeichen der Solidarität.

Freitag, 25. März 2022
Benjamin Richter
1 Minute 15 Sekunden Lesedauer

„Der Frieden in Europa ist nicht gefährdet, er ist auf furchtbare Weise zerstört“, sprach Rüdiger von Fritsch am Donnerstagabend ohne große Vorrede das Thema an, wegen dem sich rund 50 Besucher zur Andacht in der Augustinuskirche eingefunden hatten. Der frühere deutsche Botschafter in Russland (2014 bis 2019) und derzeit medial wohl gefragteste Einwohner Schwäbisch Gmünds – am selben Abend war er noch in einem „ZDF spezial“ zu sehen – machte unmissverständlich klar, dass der Krieg in der Ukraine aus seiner Sicht kein Überfall eines Landes auf ein anderes ist. „Das ist der Wille eines einzigen Mannes, Wladimir Putin.“ Eine lineare, zielgerichtete Politik Russlands, die auf die Kriegsabsichten hingedeutet hätte, habe es im Vorfeld nicht gegeben, beobachtete von Fritsch.
Vielmehr breche sich in der Invasion der Ukraine dem Ex-​Diplomaten zufolge eine persönliche Entwicklung des russischen Präsidenten aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Bahn. Gerade in der Corona-​Zeit habe Putin Phobien entwickelt, sich immer mehr isoliert und von der Welt um sich herum distanziert. Quasi symbolisch dafür habe der überlange Tisch gestanden, mit dem sich Putin noch in der Woche vor Kriegsbeginn mit Emmanuel Macron, Olaf Scholz und anderen Regierungschefs und Staatsoberhäuptern getroffen hatte. „Diesen Tisch hat er zerschlagen“, stellte von Fritsch klar.

Über welche Kanäle von Fritsch und seine Frau derzeit noch mit Bekannten in Russland Kontakt halten und wie der Ex-​Botschafter die Zukunft Russlands einschätzt, lesen Sie in der Rems-​Zeitung vom 26. März. Seine Einschätzung zu den Absichten des russischen Präsidenten hatte Rüdiger von Fritsch am 17. Dezember in einem RZ-​Interview kundgetan.

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