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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd sucht eine Partnerstadt in der Ukraine

Foto: gbr

Ob – und vor allem wann und wie – sich eine passende Partnerstadt für Schwäbisch Gmünd in der Ukraine findet, ist noch völlig offen. Fakt ist hingegen, dass der Gemeinderat einstimmig seinen Willen erklärt hat, im Rahmen einer Städtpartnerschaft dort nach Kriegsende zu helfen.

Donnerstag, 31. März 2022
Gerold Bauer
2 Minuten 4 Sekunden Lesedauer

„Manche Stadt wird dem Erdboden gleich gemacht, die Infrastruktur zerstört!“ Daraus ergebe sich, dass nach dem hoffentlich baldigen Ende dieses Krieges eine Kraftanstrengung nötig sei, um den Wiederaufbau zu schaffen, begründete Stadtrat Sebastian Fritz seinen Antrag. Es gehe darum, die Möglichkeit einer Partnerschaft mit einer Stadt in der Ukraine zu eruieren und eine solche Partnerschaft für die Zeit nach den Kriegshandlungen in die Wege zu leiten. Dies wurde von den anderen Fraktionen befürwortet und einstimmig so beschlossen.

Obwohl sich eine solche kommunale Partnerschaft in der Tat nicht von heute auf morgen realisieren lasse, sei es absolut richtig, schon jetzt und genau jetzt mit der Absichtserklärung ein deutliches Signal zu setzen, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Er unterstrich, dass eine auf nachhaltige Aufbauhilfe ausgerichtete Partnerschaft mit einer Stadt im Kriegsgebiet eben mehr sei als ein rein verbales politisches Statement. „Das wird auch keine klassische Städtepartnerschaft, wie wir sie bisher kennen“, räumte Christian Baron ein. „Zumindest nicht am Anfang!“

Mehr über diesen zukunftsorientierten Beschluss des Gmünder Gemeinderats lesen Sie am 31. März in der Rems-​Zeitung. Den RZ-​Kommentar können Sie hier auch online und gratis in voller Länge lesen:

Kommentar:

Gute Entscheidung

Erfahrungen bei der deutsch-​deutschen Vereinigung haben gezeigt, wie
wertvoll Aufbau-​Partnerschaften sind.

Von Gerold Bauer

Natürlich hätte man das Thema zuerst in einem Ausschuss vorstellen und später in einer Sitzung des Gemeinderats ausführlich diskutieren können. Nach einer guten Stunde, in der dann mehrfach die gleichen Argumente vorgetragen worden wären, hätte man am Ende sicherlich genau das Gleiche beschlossen wie schon jetzt im – zugegebenermaßen – außergewöhnlich flotten Verfahren. Ohne das sonst übliche Prozedere hat sich nun eine gute Idee einfach im Schnellverfahren durchgesetzt. Gmünd gehört damit zu den ersten deutschen Kommunen, die im Rahmen einer offiziellen Städtepartnerschaft praktische Hilfe in der Ukraine leisten wollen. Ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit!
Wie später alles im Detail ablaufen soll, kann aufgrund der dynamischen Ereignisse im Kriegsgebiet jetzt noch niemand sagen. Schon jetzt weiß man jedoch, dass eine künftige Gmünder Partnerstadt in der Ukraine deutlich anders gehandhabt werden muss, wie die bereits bestehenden fünf Städtpartnerschaften. Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich sehr hoch, dass jene Stadt weit im Osten von Europa durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen sein wird. Dann sind zunächst keine gemütlichen deutsch-​ukrainischen Feste mit Bier, Briegel und Leberkäse aus dem Schwabenland gefragt, sondern eine echte Aufbauhilfe bei ganz konkreten Problemen. Nach der deutsch-​deutschen Vereinigung vor rund 30 Jahren hat sich in ehemaligen DDR-​Städten und –Gemeinden gezeigt, wie dankbar die Menschen zum Beispiel dafür waren, dass sie ein gebrauchtes Feuerwehrauto bekamen. Baumaschinen, EDV. r ehrenamtliche Arbeitseinsätze und vieles mehr können den Menschen dabei helfen, nach diesem furchtbaren Leid wieder zu so etwas wie Normalität zurück zu finden.






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