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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Die Viren einfach wegkauen – geht das?

Foto: tv

Es gibt immer mehr Produkte auf dem Markt , die Schutz vor dem Coronavirus versprechen. Wir klären, was an diesen Aussagen dran ist.

Freitag, 04. März 2022
Thorsten Vaas
1 Minute 21 Sekunden Lesedauer

Die Pandemie schreitet fort – und wird uns nach Meinung von Virologen wie Christian Drosten auch bis Ende des Jahres zu schaffen machen. Und so manche Unternehmen setzen nun weiter auf das Geschäft mit Schutzmechanismen vor dem Sars-​CoV-​2-​Virus – und bieten von kupferbeschichteten Masken über immunsystemstärkende Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu antiviralen Kaugummis alles an. Wie sinnvoll diese Produkte nach Meinung von Experten sind, zeigt dieser Überblick:

Was bringt ein antivirales Kaugummi?
„ÖPNV, Flugzeug oder Fitnessstudio: Chitosanhaltiges Kaugummi bietet zusätzlichen Schutz für Personen mit vielen Kontakten“ – so wirbt derzeit ein Unternehmen mit Firmenbüros in Großbritannien und den USA für sein Produkt.Der antivirale Effekt soll auf den Wirkstoff Chitosan zurückgehen. Dieser entsteht durch chemische Veränderung des Stoffs Chitin, dem Hauptbestandteil des Außenskeletts von wirbellosen Tieren wie Hummer. Es kommt auch in den Zellwänden von Pilzen vor. Laut Herstellerangaben kann das Chitosan das Andocken des Coronavirus-​Spikeproteins blockieren und die körpereigene antivirale Antikörperreaktion erhöhen. Beides habe der Immunologe Karl Skriner, an der Charité Berlin, im Labor an menschlichen Zellen ermittelt. Eine Packung mit 27 Kaugummis kostet acht Euro. Das Geld sollte man sich nach Meinung des Tübinger Virologen Thomas Iftner lieber sparen und beim Infektionsschutz weiter auf Händewaschen und Mundschutz setzen. „Zum einen ist über diese Studie nichts Näheres bekannt“, sagt der Direktor des Instituts für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten an der Uniklinik Tübingen.Wie gut der antivirale Effekt von Chitosan tatsächlich sei, ist also nicht nachzuprüfen, eine umfangreichere Studie fehle.„Hinzu kommt,dass Sars-​CoV-​2-​Viren mehrere Eintrittspforten beim Menschen nutzen und Infektionen auslösen können“, sagt Iftner. So erfolgt am häufigsten eine Ansteckung durch das Einatmen von Tröpfchen oder Aerosolen über die Nase. Ein Schutz zumal ein sehr fraglicher – allein für den Mundraum reiche da nicht aus.

Masken mit Kupfer – bringt das etwas? Das lesen Sie auf der Wissen-​Seite im iKiosk.

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