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Atom-​Müll: Die Suche nach dem Endlager auf der Ostalb

Foto: picture alliance /​imageBROKER | Sigrid Gombert

Das größte Demokratie-​Experiment Deutschlands handelt von Abfall. Es geht um den radioaktiven Müll des Atomzeitalters und die Frage, wo der ein für allemal vergraben wird. Kann es gelingen, Bürgerinnen und Bürger von einem Standort für das Endlager zu überzeugen? Vielleicht auf der Ostalb, die teilweise als „bedingt günstig“ dafür gilt? Ein Essay über Müll, den keiner will.

Montag, 18. April 2022
Thorsten Vaas
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Alles beginnt mit einem großen nichts, einer weißen Landkarte und dem Umriss Deutschlands. Irgendwo hier wird die Euphorie der 1950er Jahre von einer friedlichen Nutzung der Kernenergie vergraben. Tief unter der Erdoberfläche soll ein Endlager für das radioaktive Erbe deutscher Atomkraftwerke entstehen, um darin Castorbehälter sicher wegzusperren, weil ihr Inhalt noch eine Million Jahre gefährlich strahlt. Wo genau diese Grabstätte einmal ihren Platz findet, weiß heute keiner. In einem Stollen? Einem Bunker, einem Schacht, fernab, oder nahe der Zivilisation? Das alles ist irrelevant. Es geht nicht um die schnellste, sondern um die beste Lösung. Auf dem Weg dorthin will man politische Fehler wie im niedersächsischen Gorleben nicht wiederholen. 40 Jahre lang war der Ort ein Synonym für Widerstand gegen ein Endlager. Heute markiert Gorleben das gescheiterten Versuch, radioaktiven Abfall schnell zu beseitigen. Jetzt soll es besser werden mit einem Verfahren, das „streng wissenschaftlich basiert und nachprüfbar“ ist, sagt Baden-​Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor zwei Jahren, als die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) die Deutschlandkarte mit den Gebieten präsentiert, die eine „günstige geologische Gesamtsituation für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten lassen“. Bis zum Jahr 2031 soll anhand dieses transparenten Verfahrens eine Standort-​Entscheidung fallen, sieht das Standortauswahlgesetz vor. Vielleicht ist eben dieser Ort dann Münster, oder Lübeck? Vielleicht liegt er irgendwo auf der Ostalb, die als ein möglicher Standort in der Auswahl ist.

Was heißt „bedingt günstig“? Und weshalb interessieren sich Wissenschaftler so sehr für die Gesteinsart unter der Schwäbischen Alb? Das lesen Sie am Dienstag in der Rems-​Zeitung.

Wie geht es weiter? Die BGE stellt ihren Arbeitsstand für die ersten Sicherheitsabschätzungen für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle vor. Termine hierzu finden Sie bei der BGE unter Veranstaltungen. Hier gelangen Sie zu einer Übersicht der Teilgebiete (ab Seite 135 geht es um Opalinuston). Die Teilgebiete können Sie sich auch auf einer interaktiven Übersichtskarte anschauen.

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