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TSV Mutlangen: Spieler wird rassistisch beleidigt

Foto: Max Vogt

Während des Kreisliga-​B-​Fußballspiels zwischen dem TSV Mutlangen und dem TSGV Rechberg am Sonntag ist es zu einem unschönen Vorfall gekommen. Ein Spieler der Gastgeber wurde von einem Zuschauer kurz vor Spielende rassistisch beleidigt.

Mittwoch, 25. Mai 2022
Alex Vogt
1 Minute 18 Sekunden Lesedauer

Mit einem 0:0 trennten sich in diesem Spitzenspiel der Kreisliga B, Staffel I, der zweitplatzierte TSV Mutlangen und der Tabellenführer TSGV Rechberg. Damit sicherten sich die Gäste die vorzeitige Meisterschaft und den Aufstieg in die A-​Liga. Es war ein faires Topspiel – mit einem faden Beigeschmack.
An diesem Dienstag hat sich TSV-​Trainer Ümit Tekir zu Wort gemeldet und geschildert, was sich kurz vor Schluss abgespielt hatte: „Sebastian Steinke, einer meiner Spieler, wurde aufgrund seines Migrationshintergrunds von einem Zuschauer unter der Gürtellinie beleidigt.“ TSV-​Abteilungsleiter Oliver Stickel spricht von einer rassistischen Beleidigung, die er im Gegensatz zu Tekir selbst gehört habe. „Dieser Zuschauer war ein Jugendlicher, der zu unserem Spieler meinte, er solle doch zurück nach Afrika gehen“, sagt Stickel. Steinke sei hier geboren worden, seine Mutter stamme aus Nigeria und sein Vater aus Deutschland.
„Aus Solidarität unserem Spieler gegenüber wollen wir diese Beleidigung bewusst publik machen. Er hat darauf sehr emotional reagiert. Rassismus hat auf und neben dem Platz nichts verloren. Da darf niemand weghören“, so der TSV-​Coach. Tekir ist in Mutlangen geboren, habe als Sohn türkischer Eltern so ein Verhalten aber leider schon öfter erfahren.
„Ich war davon weit entfernt gestanden und habe es deshalb nicht gehört“, sagt Helmut Geiger. Der Vorsitzende des TSGV Rechberg kann den Vorfall aber bestätigen: „Der Mutlanger Spieler ist von einem zwölfjährigen Jugendlichen aus Rechberg beleidigt worden. Wir distanzieren uns davon klar und werden mit den Eltern dieses Jugendlichen noch ein Gespräch führen.“ Der Jugendliche habe aber danach seine Äußerung bereut und sich nach dem Spiel bei Sebastian Steinke entschuldigt. Dies taten – das haben neben Geiger auch Ümit Tekir und Oliver Stickel bestätigt – auch viele Spieler und Verantwortliche des TSGV Rechberg.

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