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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Nach Ammoniak-​Anschlag: Kundgebung der Fraueninitiative auf dem Marktplatz

Foto: fleisa

Unter dem Motto „Nicht Eine mehr“ fand am Mittwochabend um 19 Uhr eine Kundgebung auf dem unteren Marktplatz statt. Anlass war der Anschlag auf eine Frau aus Schwäbisch Gmünd in der vergangenen Woche.

Donnerstag, 30. Juni 2022
Sarah Fleischer
1 Minute 10 Sekunden Lesedauer

Veranstaltet wurde die Kundgebung von der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd, Frauen helfen Frauen e.V. und dem Frauenkollektiv Stuttgart, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Rund 50 Menschen hatten sich dazu auf dem unteren Marktplatz versammelt. Auch Elke Heer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt sprach ein Grußwort, außerdem berichtete eine Frau aus Mexiko über die Gewalt an Frauen in ihrem Land. Mexiko gilt als eines der Länder mit der höchsten Femizid-​Rate weltweit. Doch Gewalt gegen Frauen geschieht überall — auch in Gmünd
Vergangene Woche war eine junge Frau gewürgt, verprügelt, gefesselt und mit einer ammoniakhaltigen Flüssigkeit bergossen worden, sie überlebte schwer verletzt.
Aus diesem Anlass machten die Veranstalter erneut darauf aufmerksam, dass etwa jede vierte Frau in ihrem Leben einmal Opfer psychischer oder physischer Gewalt durch den aktuellen oder ehemaligen Partner wird. Während der Pandemie ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt weiter gestiegen, wie auch Kriminalstatistiken bestätigen. Ein Großteil der Betroffen ist dabei weiblich.
„Es geht hier um männliche Gewalt. Es geht um die immer noch vorhandene Frauenverachtung auch in dieser Gesellschaft und noch mehr in Gesellschaften, in denen Frauen weniger oder keine Rechte haben“, so Heer in ihrer Rede. Sie forderte ein Ende dieser Gewalt und der dahinter stehenden Strukturen und Denkweisen. Heer ermutigte die Zuhörerinnen, sich von solchen Vorfällen nicht den Mut und die Lebensfreude nehmen zu lassen. „Euer Platz ist genau da, wo ihr seid und wo ihr hinmöchtet. Lasst euch nichts anderes einreden.“

Diesen und weitere Artikel finden Sie am Freitag in der Rems-​Zeitung.

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