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Nachrichten Lorch

Reportage: Knapp über Baumwipfelhöhe — warum Hubschrauber im Wald Kalk abwerfen

Foto: fg

Zur Verbesserung der Bodenqualität im Wald setzt die Forstanstalt ForstBW Hubschrauber ein. Für die Piloten ist die Bodenschutzkalkung ein anspruchsvoller Auftrag.

Samstag, 27. August 2022
Franz Graser
1 Minute 27 Sekunden Lesedauer

Der Ablauf ist eingespielt wie ein Uhrwerk: Etwa alle eineinhalb bis zwei Minuten naht der weiße Hubschrauber D-​HAUP nur wenige Meter über der Baumwipfelhöhe. Der Helikopter lässt einen etwa mannshohen Behälter zu Boden, den ein Radlader mit einer Kalkmischung befüllt. Der Vorgang dauert nur wenige Augenblicke. Dann gewinnt der Hubschrauber wieder an Höhe und zieht den Kübel an einem langen Seil hinter sich her.

Für den Hubschrauberpiloten Paul Buchner, der in der Nähe von Salzburg aufwuchs, ist solch ein Flugeinsatz zur Bodenkalkung inzwischen Routine. Einfach ist er trotzdem nicht. Denn je nach Sonnenstand und Windrichtung ist der Anflug auf die Füllstation in der Nähe des Lorcher Teilorts Walkersbach mal mehr und mal weniger kompliziert. „Im besten Fall fliegt man gegen den Wind an“, erklärt Buchner. Das sei aber nicht immer möglich, so der Hubschrauberpilot. Dann müsse man eben Rückenwind in Kauf nehmen.

„Der Wind kann dein bester Freund sein, aber auch dein größter Feind sein“, weiß Buchner. Auf der Schwäbischen Alb gebe es zwar keine Fallwinde wie im Hochgebirge, der Wald könne aber für problematische Verwirbelungen sorgen, etwa wie bei Steinen in einem fließenden Gewässer.

Das Arbeitsgerät, mit dem Paul Buchner und sein Kollege Hans-​Joachim Gerber den Kalkstaub im Waldgebiet zwischen Lorch und Urbach ausbringen, ist ein leichter Mehrzweckhubschrauber des Typs AS 350 von Airbus Helicopters (vormals Aérospatiale beziehungsweise Eurocopter). Der Hubschrauber verfügt über 732 PS Antriebsleistung und bietet normalerweise sechs Personen einschließlich des Piloten Platz.

In diesem Fall sind jedoch bis auf den Pilotensitz alle Sitzplätze aus der Kabine ausgebaut worden. Das spart Gewicht, denn im Arbeitsflug sitzt nur ein Pilot am Steuerknüppel. Ein Vorteil des AS 350: „Er ist so klein, dass man damit in jede Lichtung hineinkommt“, sagt Paul Buchner.

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