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H2: Ostalbkreis will Modellregion für Transformation sein

Foto: picture alliance /​Ralf Ibing/​Snowfield Photography | Ralf Ibing

Landrat und IHK-​Hauptgeschäftsführer werben im Kreistag für die Offensive Zukunft Ostwürttemberg. Die läuft seit November 2021 mit dem Ziel, eine Modellregion für nachhaltige Transformation zu werden.

Freitag, 30. September 2022
Thorsten Vaas
2 Minuten 19 Sekunden Lesedauer

„Von düster allein kommt dieser Kreis nicht weiter – wir brauchen echte Zukunftsperspektiven.“ Der Blick aufs derzeitige Wetter hat Landrat Joachim Bläse im Ausschuss für Bildung und Finanzen des Kreistags zu diesem Bild verholfen, als er sich dort gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg, Thilo Rentschler, mit Herzblut und Begeisterung für die Offensive Zukunft Ostwürttemberg ins Zeug gelegt hat.
Anfang November 2021 war die Offensive Zukunft Ostwürttemberg unter der Schirmherrschaft der baden-​württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-​Kraut und unter der Regie der beiden Landkreise Ostalb und Heidenheim sowie der IHK gestartet worden. In einer ersten Phase von März bis Mai diesen Jahres waren dann in Workshops sieben Leitthemen für die Offensive definiert worden. In einer zweiten Phase seit Mai sind diese Leitthemen gezielt mit Struktur und Inhalt gefüllt worden.
Ostwürttemberg als Modellregion für nachhaltige Transformation, resilient und erfolgreich im Wandel – dieser Anspruch steht als oberstes Ziel über der Zukunftsoffensive der Region. Vier Hauptziele leiten sich ab: Ostwürttemberg zu einer Wasserstoff-​Region zu machen (siehe Hintergrund), ein Transformationsnetzwerk Ostwürttemberg aufzubauen, die Region zu einer klimaneutralen Region zu machen und eine starke und tragfähige Startup-​Kultur zu etablieren. Auch wenn’s gerade schwer falle – die Region müsse nach außen ein überzeugendes Zukunftsbild abliefern, mahnte Bläse. Rentschler beschrieb die Notwendigkeit eines nachhaltigen Standort-​Marketings so: „Wir müssen auch in Zukunft draußen als starke Region wahrgenommen werden.“ Für beide war dabei klar: „Niemand wird uns dabei unterstützen, wir müssen unsere Zukunftsantworten selbst finden und dürfen nicht zum Bittsteller werden“, wie Bläse sagte. „Die Region muss ihre Hausaufgaben selber machen“, schrieb Rentschler den Ausschussmitgliedern ins Stammbuch. Bläse stellte die Forderung auf, Ostwürttemberg müsse Technologieführer sein, wenn es um die Transformation weg von der Abhängigkeit von der herkömmlichen Automobilwirtschaft und von bisherigen Technologien hin zu neuen Zukunftstechnologien gehe. Umso bedeutender, so sagte Rentschler, sei der Zuschuss, den der Bund für den Ausbau eines Transformationsnetzwerks in der Region mit dem Schwerpunkt Automobilwirtschaft zugesagt habe. Das Fundament, um all das umzusetzen, bleibe, Bildung zu organisieren, machte der IHK-​Hauptgeschäftsführer weiter deutlich. Das reiche von den Schulen und Hochschulen über die Weiterqualifizierung bis hin zur Europäischen Ausbildungs– und Transferakademie in Ellwangen.

Hintergrund: Wasserstoffwirtschaft im Kreis
Modellregion Durch das Projekt „Hy-​FIVE“ will man die Potenziale der Wasserstoff– und Brennstoffzellentechnologien sichtbar machen. Der Ostalbkreis ist Teil dieses Projekts. In Schwäbisch Gmünd will die französische Firma Lhyfe einen Elektrolyseur bauen. Mehr dazu: Gmünd: Ein Blick auf die Wasserstoff-​Fakten
Wasserstoff ist das häufigste chemische Element im Universum. Auf der Erde kommt es allerdings fast nur als Verbindung vor, beispielsweise als Wasser. Will man nun aus Wasser Wasserstoff herstellen, müssen die chemischen Elemente Sauerstoff und Wasserstoff voneinander getrennt werden. Geschieht dies mit Hilfe von elektrischem Strom, spricht man von Elektrolyse. Da dies sehr energieintensiv und verlustreich ist, könne Wasserstoff laut Experten vor allem als Zwischenspeicher von Windstrom in Küstennähe dienen. Industriell kommt Wasserstoff derzeit nur für einen sehr definierten Zweck in Betracht, etwa bei der Stahl– und Zementproduktion. Mehr dazu: Essay: Der Wasserstoff, aus dem Gmünder Träume sind
Wasserstoffwirtschaft Seit vielen Jahrzehnten versucht man, Wasserstoff wirtschaftlich zu nutzen. Im Lexikon der Gegenwart von 1994 heißt es etwa: „Die Erzeugung war aber 1993 unwirtschaftlich, weil Wasserstoff mit Hilfe von Strom produziert wird.“

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