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Prozess um Millionenbetrug: Opfer muss wahrscheinlich erneut ausagen

Syymbolfoto: hkama – stock​.adobe​.com

Am zweiten Tag der Hauptverhandlung gegen einen des schweren Betrugs angeklagten 53-​jährigen, berufslosen und im Ostalbkreis wohnhaften Mann im Landgericht Ellwangen hat die Verteidigung mit einer Überraschung aufgewartet.

Donnerstag, 12. Januar 2023
Alexander Gässler
57 Sekunden Lesedauer

Die Frankfurter Rechtsanwälte Bernd Schultheiß und Michael Euler haben weitere Beweisanträge gestellt. Es sollen Zeugen geladen werden, die Auskunft darüber geben sollen, ob sich der Angeklagte am Tag der ersten Geldübergabe gar nicht am „Tatort“ Gmünd aufgehalten hat, sondern unterwegs war. Es handelt sich um den 20. Mai 2016.

Wenige Wochen zuvor hatten der Angeklagte und eine ältere, vermögende Frau sich in deren Haus kennengelernt. Die heute 78-​Jährige hatte ausgesagt, ihm an diesem Tag 778.000 Euro in bar übergeben zu haben. Der Angeklagte wird beschuldigt, die in ihn verliebte Frau um insgesamt knapp zwei Millionen Euro betrogen zu haben. Bisher hat er konsequent geschwiegen und vor der Zweiten Großen Strafkammer lediglich Angaben zu seiner Person gemacht.

Auch an der lapidaren Aussage des Sohnes der Geschädigten, seine Mutter sei heute nicht mehr vermögend, äußerte die Verteidigung Zweifel. Wahrscheinlich muss die 78-​Jährige erneut vor Gericht aussagen.

„Es wäre schön gewesen, wenn Sie Ihre Anträge früher gestellt hätten. Dann hätten wir die Zeugen heute bereits hier gehabt“, so der Vorsitzende Richter Jochen Fleischer. Doch müsse die Kammer den Anträgen zur Beweisaufnahme nachgehen.

Fleischer unterbrach die Hauptverhandlung. Sie wird am 17. Januar fortgesetzt. Zwei weitere Verhandlungstage sind anberaumt.

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