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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Schauort Ledergasse: Vom Gerberviertel zur Flaniermeile

Foto: hs

Vor zehn Jahren wurde die Ledergasse beim großen Stadtumbau und für die Landesgartenschau aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst, in den sie nach Schließung des Kaufhauses Horten gefallen war.

Samstag, 11. November 2023
Benjamin Richter
1 Minute 15 Sekunden Lesedauer

Was heute für Schwäbisch Gmünd mit seinen 62.000 Einwohnern das Gewerbe– und Industriegebiet Gügling darstellt, das waren in der Freien Reichsstadt Gmünd mit ihren damals um die 5000 Bürgern die Vorstädte zwischen dem äußeren und inneren Stadtmauerring.
Vor allem die beiden Schmiedgassen im Nordosten und die Ledergasse im Nordwesten der von einer fast drei Kilometer langen Mauer mit 22 Türmen und Bastionen gut geschützten Stadt erlebten Jahrhunderte hindurch eine Blütezeit des Handwerks.
Sensen und Waffen aus den Schmiedgassen waren europaweit gefragt. Und im Bereich der Ledergasse erlebte zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert das Gerbergewerbe seinen lang anhaltenden Boom. Als Rohstofflieferanten waren in dieser Gerber-​Vorstadt auch viele Metzger mit ihren Schlachthäusern vertreten.
Als die Baugrube für das Forum Gold ausgehoben wurde, stießen die Bauarbeiter auf meterdicke Schichten voller Knochenreste. Der Müllplatz gab Einblick in und Zeugnis von Fleiß und Vielfalt der Gewerbetreibenden im Gerberviertel.
Wichtigste Einrichtung in diesem alten Gewerbegebiet war der Mühlbach, der von der Spitalmühle kommend bis zum alten Remswehr reichte. Er diente zuallererst der Wasserversorgung für die Betriebe, dann aber auch als Entsorgungssystem.
Bei der Lohgerberei und besonders auch in den Schlachthäusern fiel sehr viel an stark verunreinigtem Abwasser an. Nicht nur die Geruchsbelästigung, vielmehr Gefahren für die Gesundheit waren der Grund, dass solche Gerberviertel normalerweise außerhalb der Städte und an schnell fließenden Gewässern angesiedelt wurden.

Was es mit den Beinlesdrehern auf sich hat, die einst ebenfalls in der Gmünder Ledergasse ihrem Handwerk nachgingen, und mit welchen Jugendstreichen die Mitarbeiter des Kaufhauses Horten einst ihre liebe Not hatten, das und mehr lesen Sie auf der Schauorte-​Seite in der Beilage „Wochenende“ vom 11. November. Die komplette Ausgabe ist auch digital erhältlich, im iKiosk.

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