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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Walter Deininger: Rückblende auf 43 bewegte Kino-​Jahre

Foto: Deininger

Ab 2024 zieht sich der langjährige Inhaber Walter Deininger schrittweise aus dem Betrieb des Brazil-​Kinos zurück. Nicht nur, aber besonders in Schwäbisch Gmünd hat Deininger die Kino-​Kultur mehr als vier Jahrzehnte lang mitgeprägt. Auf ihn folgt Jana Thiem.

Sonntag, 24. Dezember 2023
Benjamin Richter
1 Minute 30 Sekunden Lesedauer

Ist das Kino noch zu retten? Ja – hofft Walter Deininger. Der 68-​Jährige, der das Brazil-​Kino im Gmünder Hirschgäßle vor 43 Jahren zusammen mit drei Mitstreitern aufbaute und bis heute leitet, räumt aber auch ein, dass sich in diese Überzeugung zuletzt Zweifel gemischt haben.
„Erst kamen die Videokassetten, dann kam die DVD, und jedes Mal wurde das Medium Kino totgesagt“, gibt Deininger zu bedenken. „Aber es lebt immer noch.“ Daher habe er fest daran geglaubt, dass diese Unterhaltungsform nicht einfach verschwinden kann. „Corona hat meine Sicht darauf verändert.“
Nach den pandemiebedingten Schließzeiten und der Phase, in der Filmvorführungen nur unter strengen Auflagen stattfinden durften, habe sich das Freizeitverhalten der Menschen maßgeblich verändert, die Konkurrenz durch Streaming-​Anbieter sei viel stärker als noch vor wenigen Jahren.
Um sich in dieser Situation nicht vom Zeitgeist überrollen zu lassen, braucht man vor allem eines: Kreativität. Dass es Walter Deininger daran nicht mangelt, zeigt bereits ein Blick zurück auf die Anfänge des Programmkinos in einem ehemaligen Fabrikgebäude.
Ende der 1970er-​Jahre, schildert er, sei er oft mit einem Freund ins Programmkino Lupe von Peter Erasmus in Stuttgart gegangen. „Dort liefen auch Filme, die außerhalb dessen lagen, was man heute Mainstream nennen würde“, blickt er auf schöne Abende in dem von 1974 bis 2003 bestehenden Lichtspieltheater zurück. In Gmünd machte Deininger damals bei der Firma Nubert eine Ausbildung zum Radiotechniker.
Eines Tages habe er seinen Freund Toni Retzbach im Spaß gefragt, ob sie selbst zusammen ein Kino aufmachen wollten. „Er sagte dann auch noch ja“, beschreibt Walter Deininger lapidar den Moment, mit dem eine beispiellose Gmünder Kino-​Laufbahn ihren Anfang nehmen sollte.

Wie sich Walter Deininger und drei Mitstreiter seinerzeit ein Startkapital aufbauten, wo sie den Projektor und die Filme herbekamen und was den umtriebigen Cineasten später dazu bewegte, das Kinderkinofestival KiKiFe ins Leben zu rufen, lesen Sie in der Beilage „Menschen 2023“ in der Rems-​Zeitung vom 23. Dezember. Die vollständige Ausgabe gibt es auch digital im iKiosk.

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