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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Wo Weihnachten lebendig wird: Gottesdienst in St. Elisabeth

Foto: fg

Traditionell ist der Gottesdienst am frühen Nachmittag des Heiligen Abends in St.Elisabeth der erste, bei dem das „Stille Nacht“ in Schwäbisch Gmünd angestimmt wird. Die intime Feier, an der auch Mitarbeitende der Caritas und Gäste des Hauses für Wohnungslose teilnahmen, zeigte, dass der Geist des Weihnachtsfestes gerade dort spürbar wird, wo Menschen zusammenkommen, die einsam sind oder eine Bleibe suchen.

Sonntag, 24. Dezember 2023
Franz Graser
1 Minute 56 Sekunden Lesedauer

Die kleine Kapelle von St. Elisabeth war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Bläsersextett der Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd gestaltete den Gottesdienst mit weihnachtlichen Weisen. In seiner Begrüßung fasste der katholische Dekan Robert Kloker den Kern des Weihnachtsfestes wie folgt zusammen: „Gott wird einer von unss durch seinen Sohn Jesus Christus“.

Anstelle einer Predigt erzählte der Dekan ein Weihnachtsspiel, das er vor wenigen Tagen in einem Schulgotesdienst erlebt hatte. Darin ging es um ein Hirten, die dem Neugeborenen in der Krippe ein Geschenk machen wollen. Der jüngste und ärmste dieser Hirten besitzt nur eine kleine Kerze, die er anzündet, um in seinem Verschlag nach einer brauchbaren Gabe zu suchen. Doch ein anderer Hirte macht ihn darauf aufmerksam, dass gerade dieses Licht das Schönste sei, das man dem Kind in der Krippe schenken könne. Zu den aktuellen Nachrichten über einen mutmaßlich geplanten Terroranschlag über Weihnachten auf den Kölner Dom sagte der Dekan, es sei schlimm, dass der Extremismus so um sich greife. „Da ist kein Licht, sondern Dunkel.“

Im Anschluss an den Gottesdienst saßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch bei Kaffee, Tee und Lebkuchen in der Wärmestube des Hauses zusammen. Die Gäste des Hauses erhielten ein Weihnachtspaket, dessen Inhalt von Inner Wheel Club gespendet worden war. Der erste Bürgermeister der Stadt, Christian Baron, sagte, eine Stadt funktioniere nur durch den Zusammenhalt der Menschen, und dieser werde in St. Elisabeth spürbar. Eine Frau, die öfter im Haus St. Elisabeth zu Gast ist, bestätigte die gute Gemeinschaft. „Ich fühle mich hier aufgefangen“, sagte sie.

Clemens Beil, der Vorsitzende des Fördervereins für St. Elisabeth, dankte der Stadt und allen, die das Haus unterstützten, für ihren Beitrag. Im Hinblick auf die bevorstehende Renovierung des Hauses teilte er erfreut mit, dass der Förderverein mittlerweile 80 Prozent des Spendenbetrages zusammen habe, den sich den Verein zum Ziel gesetzt hatte. „Es ist in erreichbarer Nähe, dass wir im Frühjahr beginnen können.“ Beil dankte auch der Metzgerei Scherrenbacher, die wie in den Jahren zuvor das Weihnachtsessen für St. Elisabeth gestiftet hatte.

Barbara Walter, die stellvertretende Regionalleiterin des Caritasverbands Ostwürttemberg, bestätigte, dass der Weihnachtsgottesdienst traditionell einer von drei Gottesdiensten sei, die jährlich in dem Haus stattfinden: Zu Weihnachten, zum Gedenktag der Heiligen Elisabeth, und zum Totengedenken. Die Elisabethenstiftung, der das Haus gehört, hatte verfügt, dass in dem früheren Kloster jeweils drei Gottesdienste im Jahr stattfinden müssen. Dieser Weihnachtsgottesdienst in der kleinen Kapelle sei für sie immer etwas ganz Besonderes, erklärte sie.

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