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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Das Glockenwunder vom Gmünder Spital

Foto: hs

Hiltraut Nolte und Andrea Kottmann machten die Beschaffung eines neuen Geläuts möglich, nachdem vor 40 Jahren verärgerte Spitaltürmle-​Aktivisten die alte Glocke entführt hatten, die heute auf dem Wetzgauer Friedhof erklingt.

Dienstag, 26. Dezember 2023
Franz Graser
1 Minute 49 Sekunden Lesedauer

Im zu Ende gehenden Jahr gab es im Spital zum Heiligen Geist gleich drei Anlässe zum Feiern: 30-​jähriges Bestehen des Pflegeheims in der Trägerschaft der Stiftung Haus Lindenhof, 25 Jahre Tagespflege „Über den Dächern der Stadt“ und die Segnung der neuen Glocke für die Spitalkapelle. In den Festansprachen wurde das große berufliche und auch ehrenamtliche Engagement der „Spitäler“ betont, die hier im Herzen der Stadt die Stiftungs-​Tradition bereits im Jahre 1269 durch die Spital-​Bruderschaft begründet wurde.

„Das Spital war schon immer mit der Mission verknüpft, sich um den Nächsten sorgen und zu kümmern“, so Oberbürgermeister Richard Arnold. Und weiter: Aus diesem Kümmern sei die Hospitalstiftung, die älteste Stiftung im Regierungsbezirk Stuttgart, entstanden. Dankbarkeit, Zufriedenheit und Zuversicht, seien der Dreiklang, der so ein Haus attraktiv mache. Und wenn fortan die neue Spitalglocke erklinge, werde es ihn im Rathaus immer an einen weiteren Dreiklang erinnern: das Spital, die Stiftung Haus Lindenhof und die Stadt Schwäbisch Gmünd.

Auch und besonders die Glocke reiht sich ein in die bürgerschaftlich geprägte Stiftungsgeschichte. Und sie kann wundersame Geschichten erzählen. Spital-​Bewohnerin Hiltraut Nolte und Andrea Kottmann vom Sozialdienst hatten sich die Beschaffung eines neuen Geläutes für die Spitalkapelle zu ihrem Herzensanliegen gemacht. Hiltraut Nolte ist keine Unbekannte im kulturellen Leben in Schwäbisch Gmünd. Intensiv betätigt sich die frühere Lehrerin auch als Historikerin und Autorin von Festschriften und Chroniken. Die Kirchen– und Klostergeschichte Gmünds zählen zu ihren Leidenschaften. In der Stadtbibliothek gehört Hiltraut Nolte auch zu den sogenannten „Heinzelfrauen“, die im Betrieb dieser wichtigen Bildungseinrichtung ehrenamtlich mitwirken. Und nicht zuletzt stellt sie ihre musikalischen Fähigkeiten in den Dienst von Mitbewohnern und Mitbewohnerinnen sowie der Allgemeinheit. Sie ist Organistin und wirkt auch im Gmünder Seniorenorchester mit.

Im Zuge dieses Engagements stießen sie und Andrea Kottmann auf die schicksalsträchtige, bisweilen herzergreifenden Geschichte der alten Spitalglocke. „Schon immer habe ich mich gewundert, warum es hier im Spital keine Glocke mehr gibt“, beschreibt Hiltraut Nolte. Zwar sei ja die alte Kapelle in die Theaterwerkstatt verwandelt worden, doch habe man ja gleich daneben im Seniorenzentrum einen neuen Gottesdienst– und Andachtsraum geschaffen. Unvergessen ist bei älteren Bürgerinnen und Bürgern der Streit um den Erhalt des Spitaltürmle mit ihrem vertrauten Glockengeläut am Marktplatz. Vor 40 Jahren steigerte sich die Episode sogar zu einem echten Gmünder Heimat-​Krimi – mit einem glücklichen Ende im Stadtteil Wetzgau.

Worum es bei diesem Heimat-​Krimi ging und welches Ende er nahm, erfahren Sie in „Menschen 2023″, der Weihnachtsbeilage der Rems-​Zeitung.

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