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Kliniken Ostalb: Was kostet politischer Wille?

Foto: tv

Wie realistisch ist die Kombi-​Lösung in der Klinik-​Debatte des Ostalbkreises? Allem Anschein nach muss der Vorschlag aus dem Rathaus Aalen ernst genommen werden. Die Zahlen sind durchaus plausibel. Zudem wirft ein Gutachten aus dem Verwaltungsrat Fragen auf: Warum soll ein Zentralklinikum bei Essingen mehr als eine Milliarde Euro kosten? Ein Interview.

Mittwoch, 27. Dezember 2023
Thorsten Vaas
2 Minuten 17 Sekunden Lesedauer

Schneller, günstiger und klimafreundlicher – so fasst die Aalener Stadtverwaltung die Idee der Kombi-​Lösung zusammen. Lange war unklar, wie die Attribute zustande kommen. Nun erklären Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting, Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle und Architekt Manuel Hamm aus dem Büro Isin +Co die Zahlen, Daten und Hintergründe des Vorschlags, der durchaus Unruhe in die Klinik-​Debatte des Ostalbkreises gebracht hat.

Die Kernidee: Am Standort des heutigen Ostalb-​Klinikums könnte nach und nach in vier Abschnitten ein Zentralklinikum entstehen. Viele Gebäude sollen ersetzt, neu gebaut, manche erhalten werden. Das sei „schneller, günstiger und klimafreundlicher“ als ein Klinikneubau auf der grünen Wiese, heißt es in einer Broschüre, die das Rathaus veröffentlicht hat. Vorhandene Potenziale wie Grundstücke neben dem Ostalb-​Klinikum könnten genutzt werden, Baurecht sei größtenteils vorhanden. Man spare unter anderem Geld bei Grundstückskäufen, Erschließungs– und Planungsarbeiten. Zudem liege Aalen verkehrsgünstig nahezu in der Mitte des Landkreises mit einer Nähe zur B29, eine direkte Anbindung an die Bundesstraße könne hergestellt werden.

Herr Brütting, Ihre Broschüre mit der Kombi-​Lösung am Standort des Aalener Ostalb-​Klinikums sieht zweifelsohne gut aus. Halbe Bauzeit, halbe Kosten, das alles auf Hochglanz. Zu schön, um wahr zu sein?

Brütting: Ich wehre mich gegen die Position, dass die Stadt Aalen aufgefordert wird, die Idee der Kombi-​Lösung bis ins letzte Detail durchzuplanen. Die Stadt Aalen ist weder der Träger der Kliniken, noch sind wir in einer Phase, in der es um architektonische Details geht. Es geht um eine Grundsatzentscheidung. Wir standen vor der Aufgabe zu zeigen, dass am Standort des Ostalb-​Klinikums die Anforderungen des Regionalversorgers zu erfüllen sind. Dazu gehört eine räumliche Kapazität und eine bessere Erreichbarkeit. Ich denke, dieser Beweis ist gelungen.

Wer hat Sie zu diesem Beweis aufgefordert?

Brütting: Der Kreistag hat beschlossen, dass der Suchraum für den Regionalversorger den Standort des Ostalb-​Klinikums beinhaltet. Wir haben gesehen, dass sich niemand anstrengt, sich damit zu beschäftigen. Man könnte auch sagen, dass es eigentlich die Aufgabe des Klinikträgers ist, also des Landkreises, sich zu fragen, wie man die hier aufgebauten Ressourcen in die Zukunft führt. Wir haben Grundstücke, Flächen, Gebäude, wir haben investiert. Gibt es eine Option, die aufgebauten Werte in die Zukunft zu überführen?

Was glauben Sie ist der Grund dafür, dass sich der Landkreis Ihrer Ansicht nach nicht mit dem Ostalb-​Klinikum als Standort für das Zentralklinikum befasst hat?

Brütting: Mein Eindruck ist, dass manche das Ostalb– Klinikum schon abgeschrieben hatten. Das sehe ich anders. Wir haben nun eine ganze Zeit lang Grund– stücke und die Verkehrsanbindung analysiert, es städtebaulich angepasst, und uns mit vorhandenem Potenzial befasst. Das hat letztlich zur Kombi-​Lösung geführt. Der Vorschlag kommt plötzlich. Brütting: Die Kombi-​Lösung hatten wir schon Anfang des Jahres vorgestellt. Und tatsächlich war im Kreistag im Sommer die Stimmung so, dass das Klinikum nach Essingen kommt. Ich hatte den Eindruck, dass wir die einzigen sind, die den Beschluss des Kreistags ernst nehmen und schauen, ob das Ostalb-​Klinikum fit gemacht werden kann, weil es im Suchradius liegt, den der Kreistag im Juli definiert hat.
Das ganze Interview lesen Sie am Mittwoch in der Rems-​Zeitung.

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