Münstersteinmetze öffneten ihre Werkstatt

Schwäbisch Gmünd

Fotos: fg

Seit 100 Jahren gibt es die Münsterbauhütte Schwäbisch Gmünd. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür zeigten die dort Beschäftigten Proben ihrer Handwerkskunst und führten in die Baugeschichte des Wahrzeichens der Stauferstadt ein.

Sonntag, 03. Dezember 2023
Franz Graser
61 Sekunden Lesedauer

Die Arbeit am Gmünder Heiligkreuzmünster ist eine Lebensaufgabe. Das wurde am Samstag beim Tag der offenen Bauhütte anlässlich des 100-​jährigen Bestehens der Münsterbauhütte Schwäbisch Gmünd mehr als deutlich. Oft ist ein Teil des Baus eingerüstet. An der Nordseite ist zudem zu sehen, dass einige Wasserspeier notgesichert wurden, weil ihr Zustand statisch bedenklich sei, wie Münsterarchitekt Paul Waldenmaier erläutert. Erst kürzlich wurde eine wichtige Restaurierungsaufgabe abgeschlossen: Der südliche Treppenturm musste ab– und wieder aufgebaut werden, weil er statisch nicht mehr sicher gewesen sei. Nun geht es den nächsten Bauabschnitt: Die Nordseite des Langhauses ab dem nördlichen Treppenturm. Die Situation bei den Strebepfeilern und den Wasserspeiern sei dort recht kritisch.
Gearbeitet wird zum großen Teil mit denselben Methoden wie bei den Steinmetzen im Mittelalter. Um in traditioneller Handarbeit eine gotische Fiale anzufertigen, braucht es etwa 150 bis 200 Arbeitsstunden. „Wenn man sehr schnell ist“, sagt Anke Groß, die Leiterin der Bauhütte. Das hänge unter anderem vom verwendeten Material und der Komplexität ab. Aber gerade die traditionellen Methoden sind es, für die sich junge Menschen interessieren. Für Jolina Schröder, Auszubildende im ersten Lehrjahr, war es zum Beispiel sehr wichtig, in einem Handwerksberuf zu arbeiten. „Am Computer zu sitzen, ist absolut nicht meins“, sagt sie.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Montagsausgabe der Rems-​Zeitung.