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Klinik-​Kombilösung Aalen: Zufahrt durch den Wald

Foto: Stadt Aalen — Tiefbauamt

Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting plädiert in der Klinik-​Frage für eine Kombilösung, sprich: Neubau und Sanierung am Standort des heutigen Ostalb-​Klinikums. Nun präsentiert das Rathaus eine Idee, wie diese Variante an die B29 angebunden werden könnte. Mit einer Straße mitten durch den Wald.

Dienstag, 05. Dezember 2023
Thorsten Vaas
2 Minuten 15 Sekunden Lesedauer

Eine direkte B29-​Anbindung des Zentralklinikums am Standort des jetzigen Ostalbklinikums sei machbar, eine doppelte Aufforstung gleiche den Eingriff in die Natur aus – so lässt sich die Pressemitteilung aus dem Aalener Rathaus zusammenfassen. Darin skizziert die Verwaltung, wie sie sich die Anbindung an die Bundesstraße vorstellen kann.
Bereits vor einiger Zeit veröffentliche Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting eine Hochglanz-​Broschüre, in der er von Vorzügen einer Kombilösung sprach. Unter anderem ging es um Nachhaltigkeit: Weil einige bestehende Gebäude weiter genutzt würden, spare man Zeit und Energie. Ein Großteil der Kombilösung besteht jedoch ebenfalls aus Neubauten. Teil dieses Konzepts ist auch eine direkte Zufahrt über die B29.
Nun hat Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle gemeinsam mit Stefan Pommerenke vom Amt für Tiefbau und Mobilität und Stefan Overmann für das Amt für Grünflächen und Klimaschutz die Idee einer Anbindung des Klinikstandorts im Kälblesrain an die B29 konkretisiert. „Wir haben uns seit mehreren Monaten überlegt, wie eine Anbindung funktionieren könnte. Denn für die Kombilösung braucht man diese Trasse“, wird Steidle in der Pressemitteilung zitiert. Vorgeschlagen wird ein Trassenverlauf, der von der B29 Richtung Ostalbklinikum auf einer Länge von knapp einem Kilometer überwiegend durch den Wald führt. Man nehme das Ökologie-​Thema und den Flächenverbrauch sehr ernst, weshalb man für die weitere Diskussion zunächst ein ökologisches Gutachten in Auftrag gegeben habe. Das beauftragte Fachbüro „Weiß und Weiß“ (Kircheim/​Ries) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die geplanten Ausgleichsmaßnahmen für eine ausreichende ökologische Kompensation sorgen werde. Im Bereich der möglichen Trassenführung sei „mit dem Vorkommen von seltenen und stark gefährdeten Arten“ nicht zu rechnen. „Sonst wäre die Trassendiskussion rasch beendet gewesen“, so Steidle. Zudem strebe man an, die gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsfläche für eine Ersatzaufforstung zu verdoppeln. Die betroffenen Waldflächen seien bisher in erster Linie als Nutzwald zu sehen, führt Stefan Overmann für das Grünflächenamt weiter aus. Aktuell rechnet die Stadt mit rund einem Hektar Flächenbedarf.
Bei ihren Überlegungen habe man sich auf die im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1983 bereits vorgesehene Trassenverbindung zwischen Hammerstadt und dem Kreisberufsschulzentrum gestützt. „Der Gemeinderat hat damals diese Lösung mehrheitlich beschlossen“, erinnert Steidle. Intern habe man die aktuelle Trassendiskussion nur im Hinblick auf den möglichen Klinikstandort wieder auf den Schirm genommen. Die nun vorgestellten zwei möglichen Trassenverläufe verbinden den Klinikstandort und das Kreisberufsschulzentrum mit der B29 und gehen dann weiter in Richtung Westen, zum Anschluss Hammerstadt. „Das ist noch keine fertige Straßenplanung, aber innerhalb eines Korridors haben wir zwei mögliche Trassenverläufe untersucht“, erläutert Baubürgermeister Steidle.
Die südliche Trassenvariante startet direkt am Parkhaus des Klinikums und geht dann auf kürzester Distanz durch den Wald bis zum Knotenpunkt an der B29, dann weiter in Richtung Westen und mündet dann bei Hammerstadt in die Kreisstrasse K3326 Richtung Welland. Um die Eingriffe in den Forst zu minimieren, denke man über zwei Grünbrücken nach. „Die Straße wird überdeckelt und ein Baumbewuchs ist prinzipiell möglich“, erläutert Stefan Pommerenke vom Amt für Tiefbau und Mobilität der Stadt. Zudem verlaufe diese Variante nur über Flächen, die im städtischen oder Besitz des Landes sind, so dass keine Grunderwerbsverhandlungen erforderlich seien, so Stefan Overmann.

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