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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Eiserne Hochzeit: Johanna und Adolf Walther aus Gmünd

Foto: astavi

Eiserne Hochzeit: Bürgermeister Christian Baron gratulierte Johanna (geborene Beutel) und Adolf Walther zu 65 gemeinsamen Ehejahren. An den Moment, als sich die Hände des damaligen Bäckerlehrlings und der Tochter seines Chefs berührten, erinnern sich beide noch genau.

Donnerstag, 07. Dezember 2023
Thorsten Vaas
2 Minuten 2 Sekunden Lesedauer

In ihrem Haus in der Buchstraße wohnen die Eheleute Johanna und Adolf Walther seit 65 Jahren. Für den Besuch von Gmünds Erstem Bürgermeister am Dienstag gab es jedoch einen anderen Anlass: Christian Baron überreichte Blumen, eine Urkunde der Stadtverwaltung und Glückwünsche von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Eisernen Hochzeit, denn ebenfalls vor 65 Jahren gaben sich Johanna und Adolf Walther das Jawort.
„Die Liebe hat wie ein Blitz eingeschlagen“, berichtet lächelnd der gesprächige Ehemann. Seine Gattin Johanna schmunzelt und nickt: „Wie jung wir waren.“ Adolf Walther ist gebürtige Heubacher, wuchs in einer kinderreichen Familie auf und wollte sich schon mit 15 beruflich orientieren. Er wollte schon immer Brot und Brötchen, Backwaren und kleine Gerichte herstellen. Der Bub machte sich von Heubach nach Schwäbisch Gmünd auf, traf Bäckerobermeister Ernst Beutel, der in der Straßdorfer Straße sein Geschäft betrieb, und bekam dort eine Lehrlingsstelle.
Eines Tages, als er seinen Dienst hinter sich hatte, bat die Bäckerstochter Johanna ihn, die Reifen ihres Fahrrads aufzupumpen. Der junge Gentleman nahm die Bitte wie selbstverständlich an und half der damals 14-​Jährigen. „Bei der Übergabe des Fahrrads haben sich unsere Hände berührt, und mich hat ein Blitz von oben getroffen. 70 Jahre sind es her, dass wir uns kennengelernt und Freundschaft geschlossen haben. Ich war über beide Ohren in das Mädel verliebt, hatte aber Angst gehabt, dass der Chef, mein Ausbilder und Johannas Vater, Ernst Beutel, mich vom Hof jagt. Obwohl wir jung waren, waren wir anständig“, blickt der Jubilar zurück.
Während Adolf Walther seiner Ausbildung als Bäcker nachging, beschloss Johanna Kauffrau zu werden. Mit Erfolg schloss Adolf Walther seine Ausbildung ab, sammelte Erfahrungen in anderen Bäckereien. In der Freizeit waren sie „wie Pech und Schwefel“, besuchten verschiedene Veranstaltungen oder Kinos. Vier Jahre später bat Ernst Beutel Adolf Walther sein Geschäft zu übernehmen, denn er konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Sechs Jahre lang führte Adolf Walther die Bäckerei Beutel mit Erfolg, verlobte sich mit Johanna und heiratete am 5. Dezember 1958 standesamtlich.
In der frischgebackenen Familie wurde beschlossen, ein eigenes Geschäft aufzubauen. So erwarb man ein Haus in der Buchstraße und betrieb dort die eigene Bäckerei in der Oststadt. Adolf Walther war rund um die Uhr in der Backstube, seine Frau Johanna sorgte zusammen mit ihrer Schwester Lotte und zwei weiteren Aushilfen für den Verkauf. Nach 45 Berufsjahren ging das Ehepaar Walther in den wohlverdienten Ruhestand. Gemeinsam bereisten sie anschließend verschiedene Länder auf allen Kontinenten.
In der Familie Walther wuchs die Tochter Elke auf. Leider verstarb sie im vergangenen Jahr. Das Jubiläum der Eisernen Hochzeit feiern Johanna und Adolf zusammen mit ihren Enkelkindern Senay und Jenifer, dem Schwiegersohn und Freunden im kleinen Kreis. „Bald werden wir Urgroßeltern und haben vor, das im Januar groß zu feiern“, kündigt Adolf Walther an.

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