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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Krankenhaus-​Geschichte in Gmünd: Als der Krieg den „Schwarzen Tod“ brachte

Foto: hs

Die Pest ließ 1635/​1636 die Krankenfürsorge der Spitäler völlig zusammenbrechen. Überlebende verhängten ein Tanzverbot und hoben die Tradition der Rochus-​Wallfahrt aus der Taufe, die es bis in die 1960er-​Jahre gab. Der nächste Teil der Serie zur Geschichte des Gmünder Krankenhauswesens.

Samstag, 11. März 2023
Benjamin Richter
1 Minute 8 Sekunden Lesedauer

Es müssen grauenvolle und traurige Szenen gewesen sein, die sich vor knapp 400 Jahren und etwa 13 Monate lang in Gmünd abgespielt haben. Der „Schwarze Tod“, wie es zeitgenössisch heißt, zog gnadenlos durch die Gassen und von Haus zu Haus.
Es war die Infektionskrankheit Pest, der die Menschen damals völlig hilflos gegenüberstanden. Nach Schätzungen des früheren Gmünder Stadtarchivars Dr. Klaus-​Jürgen Herrmann fiel der Pandemie rund ein Drittel der Stadtbevölkerung zum Opfer.
Die überlieferten Berichte machen aber auch deutlich, wie unschätzbar wert– und wirkungsvoll das heutige Gesundheits– beziehungsweise Krankenhauswesen ist.
Wer sich mit den alten Chroniken und Berichten der Historiker über die Pest beschäftigt, hat fast zwangsläufig manche Szene der Corona-​Krise vor Augen. Schon 1635 gab es Ausgangs– und andere Beschränkungen.
Und: „Nur noch vermummt, als wenn Fasnacht wäre“ (Stadtarchivar Albert Deibele im Festbuch 800 Jahre Gmünd) wagten sich damals Ärzte, Priester und Totengräber an Pestkranke heran — wenn überhaupt.
Die Freie Reichsstadt hatte zuvor mit den beiden Spitälern zum Heiligen Geist und St. Katharina ein relativ gut funktionierendes Krankenhauswesen entwickelt. Doch dieses war angesichts des „Schwarzen Tods“ völlig überfordert beziehungsweise brach wegen krisenhafter und kriegerischer Entwicklung jener Zeit völlig zusammen.

Warum schon vor der Pest das ganze Gmünder Umland von Missernten und Plünderungen gekennzeichnet war und was es mit der Rochus-​Wallfahrt auf sich hatte, erfahren Sie im Beitrag von Heino Schütte am Samstag in der Rems-​Zeitung. Die komplette Ausgabe gibt es online auch im iKiosk.

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