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Ostalbkreis: Die Biotonne kommt 2024

Foto: piu700 /​pix​e​lio​.de

Der Ostalbkreis führt die Biotonne ein. Das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Was bedeutet das für Gebühren und Co.?

Donnerstag, 16. März 2023
Thorsten Vaas
1 Minute 40 Sekunden Lesedauer

Es bleibt im Kreis zwar bei den Biobeuteln, diese werden im kommenden Jahr aber ab 1. April oder 1. Juli nicht mehr am Straßenrand abgelegt, sondern müssen in einer Biotonne zur Abholung bereitgestellt werden. Damit will man der Verunreinigung von Straßen und Plätzen vorbeugen. Tiere beispielsweise sollen die Beutel nicht mehr annagen können. Da mit dieser Maßnahme Kosten verbunden sind, steigt für alle Haushalte die jährliche Grundgebühr um 8,10 Euro. Nach wie vor ist es jedoch zulässig, den Biomüll selbst zu kompostieren. Dafür brauchen dann keine Biobeutel gekauft zu werden. Diese werden im übrigen durch solche aus Papier ersetzt.

Mit dem „Biowännle“ sei man dem Problem nicht Herr geworden, sagte Kreiskämmerer Karl Kurz. Daher habe die CDU geschlossene Gefäße beantragt. Diese sollen nun zur Verfügung gestellt werden in der Form von speziellen Mülleimern mit einem Fassungsvermögen von 45, 60, 80 und 120 Litern. Die Kreisabfallgesellschaft GOA muss für die Abholung neue Fahrzeuge beschaffen. Davon, wann diese geliefert werden, hängt der genaue Zeitpunkt der Umstellung ab. Außer der Eigenkompostierung sind auch Müllgemeinschaften weiter möglich, unterstrichen Landrat Joachim Bläse und der Kreiskämmerer.

Bioabfall ist der GOA zufolge ein Wertstoff, der sowohl Energie– als auch Nährstoff– und Humuslieferant ist. Die optimale Verwertung von Bioabfall werde durch die getrennte Erfassung von Bio– und Grüngut erreicht. Der Ostalbkreis habe sich schon vor vielen Jahren mit der getrennten Erfassung von Biogut über die Biobeutel und der separaten Sammlung von Grünschnitt über die Straßensammlungen im Frühjahr und Winter sowie die Grünschnittcontainer für dieses System entschieden. Durch die getrennte Erfassung und damit hochwertige Verwertung von Bioabfällen leiste der Kreis einen nachhaltigen Beitrag zum Ressourcen– und Klimaschutz.

Eine Umstellung auf eine „klassische“ Biotonne (Bioabfall und Grünschnitt) würde daher einen Rückschritt in der Kreislaufwirtschaft bedeuten. Des Weiteren sei die Verwertung des Bioabfalls eingespielt und geübte Praxis. Die Abfälle würden in einer Vergärungsanlage zu Biogas überführt und die Substratreste behandelt und in der Landwirtschaft ausgebracht. Die Ausbeute für die Biogasanlage sei sehr gut. Die Gartentonne, die holziges Material, Grasschnitt, Laub und Pflanzen enthält, wird der GOA zufolge durch eine klassische Kompostierung zu einem sehr guten Frischkompost oder überwachten Kompost überführt. So könnten beide Fraktionen hochwertig und kostengünstig verwertet werden. Um die Vorteile dieser nachhaltigen Erfassung von Bioabfällen und Grünschnitt weiterhin nutzen zu können, wurde die Einführung einer Biobeutel-​Tonne vorgeschlagen.

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