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Nachrichten Alfdorf

Maibäume: Die Zeit der himmelsstrebenden Kunstwerke

Foto: hs

Ornamente in die Rinde schnitzen, Girlanden aus Reisig flechten und dekorative Elemente an den Stamm nageln: Die Arbeit für das Maibaumstellen beginnt schon Wochen vor dem Feiertag – und die Fertigkeiten werden von Generation zu Generation weitergereicht. Die Rems-​Zeitung hat der Maibaumgruppe Alfdorf-​Pfahlbronn über die Schulter geschaut.

Sonntag, 30. April 2023
Franz Graser
1 Minute 36 Sekunden Lesedauer

Bei Vereinen, Freundeskreisen, Dorfgemeinschaften und Feuerwehren wird in diesen Tagen letzte Hand angelegt für das Aufstellen der Maibäume. Der uralten Tradition folgend, werden die himmelsstrebenden Kunstwerke dann meist am Vortag oder auch Vorabend des 1. Mai an zentralen Plätzen aufgerichtet. Rundherum wird oft mit Musik und Gesang gefeiert und der Wonnemonat begrüßt. Alle sind dann wieder gespannt, wer wohl den schönsten Maibaum im ganzen Land gestaltet hat. Im Zweifelsfall ist natürlich immer das eigene Dorf der Spitzenreiter.

Betrachter können oft gar nicht erahnen, welche Arbeit und Mühe sich hinter dem Brauchtum des Maibaumstellens verbergen. Die Männer und Frauen der Maibaumgruppe Pfahlbronn haben sich beim Holzschnitzen und Kranzbinden zu wahren Künstlern entwickelt.

Und sie können jede Menge Geschichten erzählen. Besonders nett ist die eigene Vereinsgeschichte. Schon seit Ewigkeiten hatten sich im Dorf kräftige Burschen und geschickte Mägde zusammengetan, um mit einem schmucken Baum den Mai zu begrüßen. Die Jungs wussten gar nicht, wie stark sie sind: 40 Jahre ist es nun her, da nahmen sie mehr aus Spaß als im Ernst an einem Tauziehwettbewerb in Wetzgau teil und belegten prompt den ersten Platz. So wurde aus den Pfahlbronner Maibaumstellern der erfolgreiche Verein der Tauziehfreunde mit fast 200 Mitgliedern und einer eigenen Vereinsgaststätte sowie vielen sportlichen Erfolgen.

Ehrensache für die starken Männer ist bis heute, auch der Maibaum-​Sache treu zu bleiben. Wie bei Gleichgesinnten in Stadt und Land beginnt die Arbeit für diese Brauchtumspflege schon vier, fünf Wochen vor dem 1. Mai: Es geht gemeinsam in den Wald, um ein geeignetes Exemplar auszuspähen. Groß, schlank, stark, kerzengerade muss er sein. „Da gibt’s stets heftige Diskussionen, weil jeder seinen eigenen Blick hat“, erzählen die Tauzieh– und Maibaumfreunde schmunzelnd. Da dürfen sich die Lieben daheim also nicht wundern, wenn’s allein schon bei der Maibaum-​Auswahl etwas später werden kann. Dann muss der Baum schonend gefällt, entastet und der Stamm aus dem Wald gezogen werden. (Heino Schütte)

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Rems-​Zeitung.

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