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So ebbes: Planet zu verkaufen

Foto: Thorben Wengert /​pix​e​lio​.de

Was kostet die Welt? Von größenwahnsinnigen Milliardären oder dem Erstkontakt zu Aliens handelt das aktuelle „So ebbes“ nicht. Aber vielleicht wissen Sie, was es mit dem kuriosen Beruf des Planetenverkäufers auf sich hat?

Donnerstag, 11. Januar 2024
Benjamin Richter
1 Minute 4 Sekunden Lesedauer

Tierärztin! Polizist! Lehrerin! Diese Berufe schallen einem, der heute eine Schar Erst-​, Dritt– oder Fünftklässler fragt, was sie einmal werden wollen, wohl entgegen. Weniger wahrscheinlich sind die folgenden Ausrufe: Caffamacher! Abdecker! Planetenverkäufer!

Diese Tätigkeiten sind nicht unbedingt unbeliebt – sie sind nur schlichtweg verschwunden oder in anderen Arbeitszweigen aufgegangen. So handelt es sich beim Caffamacher nicht, wie man annehmen könnte, um den Vorläufer des heutigen Barista – statt Cappuccino, Espresso und Co. bezeichnet Caffa vielmehr einen geblümten Samt. Gesucht ist hier also der Weber.

Trügerisch ist auch die Jobbezeichnung Planetenverkäufer, denn Merkus, Venus und Mars kann man bei ihm ebenso wenig erwerben wie Proxima Centauri b, den nächsten potenziell erdähnlichen Planeten. Nein, unter Planeten verstand der Wiener des beginnenden 20. Jahrhunderts Glücksbriefchen, die Straßenhändler aus Bauchläden an die Frau und den Mann brachten. Heute füllt man stattdessen Lottoscheine aus.

Und der Abdecker? Er dürfte vielen aus Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ bekannt sein, die lange Jahre als Abitur-​Lektüre gedient hat. In früheren Tagen rief man, wenn ein Tierkadaver zu beseitigen und gegebenenfalls zu verwerten war, den Abdecker hinzu – genau für diese sicher nicht immer appetitlichen Tätigkeiten zeichnete er zuständig. Apropos „Michael Kohlhaas“: Das Stück wird am 24. Januar als Teil der Theater-​Reihe des Gmünder Kulturbüros im Congress-​Centrum Stadtgarten gezeigt.

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