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Ostalb: Warum die Kinderbetreuung immer teurer wird

Foto: picture alliance /​dpa | Marijan Murat

In Heuchlingen haben sich die Betriebsausgaben im Kindergartenbereich binnen zehn Jahren fast verdreifacht. In Alfdorf decken die Elternbeiträge nur noch rund zehn Prozent der Kosten, und auch Böbingens Bürgermeister spricht von einer „großen Herausforderung“.

Samstag, 27. Januar 2024
Benjamin Richter
1 Minute 26 Sekunden Lesedauer

Von allen Kostenstellen des Böbinger Gemeindehaushalts bereite ihm die Kinderbetreuung die größten „Bauchschmerzen“, räumt Jürgen Stempfle im Gespräch mit der Rems-​Zeitung ein. Damit will der Bürgermeister keineswegs die Wichtigkeit dieser kommunalen Aufgabe infrage stellen. Doch das jährliche Defizit von rund 1,5 Millionen Euro durch Kindergärten und Kindertagespflege reiße ein Loch in den insgesamt im oberen einstelligen Millionenbereich angesiedelten Etat.
Die Ursachen für die zuletzt stark gestiegenen Aufwendungen sind vielfältig, reichen laut Stempfle von gesetzlichen Vorgaben bis zur insgesamt stärkeren Inanspruchnahme des Betreuungssystems. Ist dieser Effekt andernorts genauso stark zu spüren? Die RZ hat sich zu diesem Thema in drei weiteren Ostalb-​Gemeinden umgehört: in Alfdorf, Heuchlingen und Mutlangen.

Wie groß ist der finanzielle Aufwand?
„Enorme, vor allem auch stark steigende Belastungen erwachsen durch die Zuschüsse für die Kinderbetreuungseinrichtungen“, schildert Stephanie Eßwein, Rathauschefin in Mutlangen. Während der finanzielle Beitrag der Gemeinde im Bereich der unter Dreijährigen noch durch das Finanzausgleichsgesetz begrenzt sei, nehme im Ü3-​Bereich die Belastung für die Gemeinde aufgrund geringerer Landesbeteiligung immer mehr zu.
Lag der Zuschuss der Gemeinde für die beiden örtlichen Kindergärten mit über Dreijährigen 2018 noch bei 1,38 Millionen Euro, seien es vier Jahre später schon 1,77 Millionen gewesen. Eine leichte Entlastung ergebe sich 2024 daraus, dass die Gemeinde im Vorjahr die Trägerschaft des Waldnaturkindergartens übernommen habe und die Einrichtung nun nicht mehr über Zuschüsse, sondern direkt selbst finanziere.
In Heuchlingen, teilt das dortige Rathaus mit, fließe bei einem gesamten jährlichen Ausgabevolumen von 5,5 Millionen Euro allein circa eine Million in die Kinderbetreuung – nach Zuschüssen zahle die Gemeinde die Hälfte effektiv selbst. In Alfdorf liegt der finanzielle Aufwand für die Kinderbetreuung bei rund drei Millionen Euro pro Jahr.

Welchen Anteil der Kosten die Elternbeiträge decken und ob die Gemeindeoberhäupter die Standards von Land und Bund für die Kinderbetreuung als zu hoch einschätzen, erfahren Sie am Samstag in der Rems-​Zeitung. Erhältlich ist die vollständige Ausgabe auch digital im iKiosk.

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