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Nachrichten Ostalb

Mit dem Ostalbwanderer ins Alamannenmuseum Ellwangen

Fotos: Markus Weber/Ostalbwanderer.de

Jeder kennt, zumindest grob, die Kelten, die auf dem Ipf und dem Rosenstein ihre Spuren hinterließen. Ebenso kennt jeder die Römer. Aber die Alamannen? Sie sind deutlich unbekannter, haben aber unsere Heimat stark geprägt, bis hin zum Namen „Schwaben“ für die Menschen, die die Ostalb bevölkern. Der Ostalbwanderer lädt dazu ein, dieses Bildungsdefizit zu beseitigen und die Alamannen besser kennenzulernen. Das Alamannenmuseum in Ellwangen ist der ideale Ort dafür!

Samstag, 06. Januar 2024
Franz Graser
1 Minute 48 Sekunden Lesedauer

Die Alamannen, unsere direkten Vorfahren, stammten aus der Saale-​Elbe-​Region, aus dem heutigen Thüringen, Sachsen und aus Böhmen. Sie wanderten um das Jahr 200 n. Chr. In unsere Region ein und nannten sich selbst Sueben/​Sueven (Schwaben). Wenn man damals von Mitteldeutschland nach Süden zog, stieß man dabei unweigerlich auf den Limes. Die Römer waren zu jener Zeit damit beschäftig ihr im Niedergang befindliches Reich zusammenzuhalten.

Für das Jahr 213 ist erstmals dokumentiert, dass die Sueben, von den Römern Alamannen genannt, den Limes überwanden und in Rätien und Obergermanien einfielen. In den Jahren 259 – 260 überrannten die Alamannen den obergermanischen und rätischen Limes auf breiter Front und waren für die kommenden Jahrhunderte die uneingeschränkten Herrscher der Ostalb. Erst 469 verloren die Alamannen in der Schlacht von Zülpich gegen Frankenkönig Chlodwig I., 722 besiegt Karl Martell die Alamannen endgültig und die Herrscher der Alamannen werden zu fränkischen Herzögen.

Das Wissen über die Alamannen stammt neben römischen Schriftquellen vor allem aus archäologischen Ausgrabungen. Ein Glücksfall für die Archäologen war dabei der Fund einer alamannischen Siedlung bei Lauchheim 1986, bzw. das Gräberfeld, dass zur Siedlung gehörte. In akribischer Kleinarbeit rekonstruierten die Archäologen aus Grabbeigaben und Skeletten die Lebensweise der Alamannen.

Um der Öffentlichkeit die Entdeckungen aus Lauchheim näherzubringen, existiert seit 2001 in Ellwangen das Alamannenmuseum. Beherbergt ist es in einem wunderschönen Gebäude von 1593, der Nikolauspflege. Kern des Museums sind die Ausgrabungen der über 1300 Gräber auf dem 1,5 Hektar großen Gelände bei Lauchheim, die einen repräsentativen Querschnitt durch eine frühmittelalterliche Dorfgesellschaft zeigen. Der Besucher wird mitgenommen auf die Entdeckungsreise der Archäologen und erfährt viel über deren Arbeitsweise.

Ein weiterer Schwerpunkt im Museum bildet die Darstellung des dörflichen Lebens. Neben einem Diorama, dass das Dorf mit Gräberfeld unterhalb der Kapfenburg zeigt, wird auf die verschiedenen Handwerksberufe eingegangen, die bei den Alamannen eine Rolle spielten.

Zudem wird das kleine Dorf in Lauchheim in die Weltgeschichte eingeordnet und zeigt die Verbreitung der Alamannen bis hin zu deren Aufgang im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Ein tolles Museum, dass sehr viel Wissen vermittelt und den Spagat zwischen lokalen Funden und überregionaler Einordnung schafft!

Weitere Informationen, Tipps und Fotos gibt es auf ostalb​wan​derer​.de

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