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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

CDU-​Debatte in Gmünd: Bürokratie verschärft Pflege-​Problem

Foto: Rainer Sturm /​pix​e​lio​.de

Eine gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Pflegebedürftig – und was jetzt?“ fand kürzlich auf Einladung des CDU-​Stadtverbandes Schwäbisch Gmünd statt. Unter Moderation von Chefarzt Prof. Jens Mayer versammelten sich Experten und Interessierte, um über die aktuellen Probleme und mögliche Lösungsansätze in der Pflege zu diskutieren.

Sonntag, 18. Februar 2024
Thorsten Vaas
1 Minute 20 Sekunden Lesedauer

An der Diskussion beteiligten sich namhafte Vertreter verschiedener Bereiche der Pflege. Hermann Staiber von der Stiftung Haus Lindenhof vertrat die stationäre Pflege, während Rommy Miehe, Abteilungsleiter der DRK-​Altenhilfe, die Perspektive der stationären und ambulanten Pflege einbrachte. Auch politische Vertreter wie die Bundestagsabgeordnete Dr. Inge Gräßle und der Landtagsabgeordnete Tim Bückner waren mit von der Partie. Holger Uhlig, Leiter der Pflegeabteilung der AOK Ostwürttemberg, brachte die Sicht der Krankenkassen ein.
Ein zentrales Thema, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog, war der Personalmangel und die damit verbundene Personalgewinnung. Hermann Staiber betonte die Notwendigkeit, neue Standards einzuführen, anstatt veraltete Standards umzusetzen. Der aktuelle Wettbewerb um Fachkräfte führe zu einer prekären Situation in der Pflege, mit steigenden Insolvenzen und einem Mangel an verfügbaren Pflegeplätzen.
Inge Gräßle plädierte für Ausnahmegenehmigungen für Doppelzimmer und betonte die wichtige Rolle der pflegenden Angehörigen. Tim Bückner hob hervor, dass die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte Zeit in Anspruch nehme und dass eine Lösung des Pflegeproblems allein durch Zuwanderung nicht möglich sei.
Auf die Gruppe der Intensivpflegebedürftigen machte Miehe vom DRK aufmerksam: Hier sei die vom Gesetzgeber besser gestellte Konkurrenz aus Bayern besonders spürbar, die Dienstleister aus Baden-​Württemberg abzögen. Bückner versprach Abhilfe – und an den Bundesgesetzgeber gewandt beklagte Miehe den zusätzlichen Bürokratieaufwand und die mangelnd Standardisierung bei der Digitalisierung. „Jeder Kostenträger will es anders,“ so Miehe. Einen Vergleich mit Bayern unternahm Uhlig von der AOK und forderte Vereinfachungen auf allen Ebenen ein. „Die angebotenen Leistungen müssen auch erreichbar und nutzbar sein, anstatt kompliziert und beratungsaufwändig.“ Wie groß die Sorge um Pflege ist, zeigte die lebhafte Diskussion, in der Fragen nach 24-​Stunden-​Pflege und Verträgen, nach Kosten und Möglichkeiten genauso angesprochen wurde die Abrechnungsprobleme.

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