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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Gutachten zur Kombi-​Lösung: Fahrtzeit von Gmünd ein Problem

Foto: tv

Nachdem die Stadtverwaltung Aalen eine Analyse zur Fahrtzeit vorgestellt hatte, meldet sich die Ärzteschaft Schwäbisch Gmünd zu Wort. Sie fühlt sich mit ihren Bedenken bestätigt: Im Notfall ist die Kombi-​Lösung aus Gmünder Sicht ein „erhebliches Problem“.

Sonntag, 18. Februar 2024
Thorsten Vaas
1 Minute 43 Sekunden Lesedauer

Mehrfach habe die Gmünder Ärzteschaft darauf hingewiesen, „dass die Versorgung zeitkritischer Notfälle wie Herzinfarkt, Schlaganfall, oder Schwerstverletzte bei der Reduzierung der Krankenhausversorgung auf ein leistungsfähiges Zentralklinikum ein großes Problem darstellt“, schreibt Dr. Bertold Schuler als Sprecher der Gmünder Ärzte. Dies habe man erneut in der Gemeinderatsitzung der Stadt Schwäbisch Gmünd erklärt. „Leider wurden diese Erläuterungen in Aalen nicht wahrgenommen oder nicht verstanden.“ Nach der Analyse zur Erreichbarkeit der Kombi-​Lösung am Standort des heutigen Ostalb-​Klinikums in Aalen fühlen sich die Gmünder Ärzte in ihren Bedenken bestätigt (mehr dazu: Kombi-​Lösung Aalen: Analyse zur Fahrtzeit) Schuler geht deshalb nochmals auf Hintergründe ein.
Das Land Baden-​Württemberg habe sich bei der Neustrukturierung des Rettungsdienstplanes aus guten Gründen zum Ziel gesetzt, dass Patienten mit zeitkritischen Erkrankungen im Regelfall in nicht mehr als 60 Minuten ein geeignetes Krankenhaus erreichen sollen. Dabei sei zu beachten: Diese 60 Minuten beziehen sich auf die gesamte Versorgung des Patienten ab Zeitpunkt des Notrufes, also Erfassung des Notrufes, Anfahrt des Rettungsfahrzeuges, Versorgung des Patienten und anschließende Fahrt zum Krankenhaus. „Dabei ist für Notrufannahme und die Anfahrt eine Zeit von fünf bis 15 Minuten realistisch, für die Versorgung eines schwerkranken Patienten vor Ort und Herstellung der Transportfähigkeit kann mit durchschnittlich 20 bis 30 Minuten gerechnet werden, in Sondersituationen – etwa Fahrer nach Autounfall eingeklemmt, Herzinfarkt mit Reanimation – werden dann auch 30 Minuten und mehr benötigt.“ Die Versorgung solcher zeitkritischer Erkrankungen könne nicht in einem Gesundheitscampus [ein kleines Klinikum mit Basisversorgung, Anm. d. Red.] wie Mutlangen stattfinden kann, sondern bedürfe der besonderen Ausstattung eines Zentralklinikums. „Damit verbleiben für die Fahrt ins Krankenhaus noch eine Zeitspanne von 15 bis 35 Minuten“, so Schuler.
Das Gutachten aus Aalen zeige deutlich, dass eine solche Fahrtzeit für den Großteil der Schwäbisch Gmünder Raumschaft nicht möglich ist, in Gschwend und Alfdorf selbst bei optimalen Abläufen die 60 Minutenfrist nicht eingehalten werden kann. „Dass hiervon nicht nur einige, sondern zigtausende Bürger des Ostalbkreises betroffen sind, stellt für die Ärzteschaft Schwäbisch Gmünd ein erhebliches Problem dar.“ Es sei daher wünschenswert, wenn die Aalener Stadtverwaltung bei ihren Bemühungen um den Standort Aalen auch medizinischen Sachverstand zu Rate ziehen würde. „Wenn Sie diesen in Aalen nicht finden, bin ich gerne bereit, dazu im Gemeinderat der Stadt Aalen Stellung zu beziehen“, ergänzt Schuler als Vorsitzender der Ärzteschaft Schwäbisch Gmünd.

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