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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Wasserstoff: Wie Gmünd zum Elektrolyseur kam

Foto: tv

Wie kam Schwäbisch Gmünd zu Aspen und dem Elektrolyseur? Dazu gibt es drei Geschichten. Alle haben mit einem Telefonat zu tun. Und politischem Wille, etwas zu machen, das am Bedarf vorbeigeht. Eine Spurensuche in drei Akten.

Sonntag, 18. Februar 2024
Thorsten Vaas
1 Minute 35 Sekunden Lesedauer

Es war einmal. So beginnen Märchen und unglaubliche Geschichten wie die eines großen Apparats in Schwäbisch Gmünd, der eine Menge Energie verbraucht, um damit viel weniger Energie herzustellen. Das Märchen heißt: „Der Elektrolyseur“. Oben auf dem Gügling wird er gerade gebaut, Ende des Jahres soll er Wasserstoff – kurz: H2 – produzieren. Alle warten sehnsüchtig darauf. Zum Beispiel die Industriebetriebe im nahegelegenen Technologiepark Aspen, die es auf der grünen Wiese noch gar nicht gibt. Oder die anderen fehlenden Abnehmer. Die Trucker, die den Wasserstoff in ihre nicht vorhandenen Wasserstoff-​Trucks tanken. Und dann warten Politiker nebst Lobbyisten auf den Wasserstoff, um endlich „von Power Point zur Umsetzung zu kommen“, wie es bei einer Veranstaltung in der Hammerschmiede Königsbronn oft wiederholt wird. Im Saal und auf der Bühne versammeln sich die HyExperts, also die Experten für Hydrogen, das englische Wort für Wasserstoff. Von Land und EU haben sie viel Fördergeld bekommen. Dafür wurde viel versprochen. Jetzt wollen sie noch mehr Geld für noch mehr Versprechen.
Diese Veranstaltung ist das vorläufige Ende einer Geschichte vieler Fragen: Was haben all die Bemühungen seither gebracht? Was wurde mit dem Steuergeld erreicht? Was wurde und wird aus dem Ziel, dass auf dem Gügling in den kommenden zehn Jahren 2000 bis 3000 Arbeitsplätze entstehen? Wie geht es nun weiter? Wie viel Geld wird noch gebraucht? Den Antworten darauf kann man sich nur annähern bei den Veranstaltungen, die das Experten-​Netzwerk in Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Königsbronn und Ellwangen organisiert. Wer diese Zusammenkünfte besucht, bekommt einen Eindruck von Wünschen, Träumen, Zielen: Schwäbisch Gmünd setzt auf Elektrolyse ohne überschüssigen Ökostrom, Wasserstoff-​Wärme in Häusern, die Region forciert vor allem die Wasserstoffmobilität. Bundesweit sind solche Projekte bereits an der Physik, ihrem Nutzen, oder der Wirtschaftlichkeit gescheitert. Steuergeld wurde verbrannt. Nun versucht sich Ostwürttemberg daran. Warum? Es gibt Geld vom Bundesverkehrsministerium. Demnächst wollen die HyExperts einen Antrag stellen und HyPerformer werden, also Wasserstoff-​Ablieferer. Falls der genehmigt wird, fließen weitere 15 Millionen Euro in die Region. Ein Teil davon nach Schwäbisch Gmünd. Warum gerade die Stauferstadt dabei mitmacht? Eine Spurensuche in drei Akten.

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