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IHK Ostwürttemberg: Firmen erwarten steigende Exporte

Grafik IHK

In Ostwürttemberg hat sich das Konjunktur-​Stimmungsbild seit Jahresbeginn leicht verbessert. Die Finanzlage ist gut. Das teilt die IHK mit. Bei den Investitionen sind viele Unternehmen zurückhaltend. An was liegt das?

Montag, 19. Februar 2024
Thorsten Vaas
2 Minuten 14 Sekunden Lesedauer

Es gibt Licht und Schatten. So lässt sich das Stimmungsbild der IHK-​Betriebe in Ostwürttemberg zusammenfassen. Wobei man insgesamt sagen muss: Im Vergleich zu den Vormonaten hat sich das Bild leicht verbessert. Lage und Erwartungen seien jedoch sektorenabhängig, heißt es in seiner Mitteilung der IHK Ostwürttemberg. Während weiterhin mehr als 40 Prozent der Dienstleistungsunternehmen von einer guten Geschäftslage sprechen, ist es in der Industriebranche jedes fünfte. „Die Baubranche sowie das Transport– und Verkehrsgewerbe blicken pessimistisch in die Zukunft“, schreibt die IHK. Im Vergleich zum Herbst 2023 ist der Geschäftslageindikator um 10,1 Punkte höher und verbleibt weiterhin im positiven Bereich. Ein Drittel der Unternehmen beschreiben ihre Geschäftslage weiterhin als gut (28,6 Prozent). Während im Herbst 2023 27,7 Prozent von einer schlechten Geschäftslage sprachen, sind es nun lediglich 15,8 Prozent. Die Verschiebung hin zu einer pessimistischen Erwartungshaltung setzte sich nicht fort: Jedes fünfte Unternehmen geht von einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten aus (20,9 Prozent), während der Anteil der Betriebe, die von einer Verschlechterung ausgehen, um 8,4 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent gefallen ist.
Hauptrisiken sind zwar weiterhin die Inlandsnachfrage, gefolgt von den Energie– und Rohstoffpreisen. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, geopolitische Spannungen und Lieferketten/​Lieferengpässe beeinflussen insbesondere die Produktionstätigkeit in den Industrieunternehmen stärker als die Sorgen um den Fachkräftemangel. Bei den überwiegend arbeitsintensiven Dienstleistern bleibt der Fachkräftemangel dagegen Hauptrisiko gefolgt von Arbeitskosten und Inlandsnachfrage.
Die Einschätzungen zu wirtschaftlichen Risiken und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) führen zu einer verhaltenen Investitionsbereitschaft. Daher sprechen 16 Prozent der Unternehmen weiterhin von abnehmenden Investitionen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Ostwürttemberg wollen in den nächsten zwölf Monaten Inlandsinvestitionen tätigen. Dabei handelt es sich allerdings vor allem um Ersatzbedarf. „Positiv zu beurteilen ist weiterhin, dass sich 60 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg der Herausforderung der Digitalisierung annehmen und 41 Prozent der Investitionen aus Umweltschutz– und Energieeffizienzgründen tätigen“, schreibt die IHK.
Des Weiteren sprechen mehr als die Hälfte der Unternehmen von einer unproblematischen Finanzlage (54,6 Prozent). 15 Prozent der Unternehmen sprechen von zunehmenden Forderungsausfällen, oder Liquiditätsengpässen. Bei jedem vierten Unternehmen in Ostwürttemberg sind die Umsätze gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal gestiegen (24,9 Prozent). Eine optimistischere Haltung im Vergleich zum Herbst 2023 zeigt sich bei den Umsatzerwartungen. Während im Herbst lediglich 23,9 Prozent mit steigenden Umsätzen rechnen, sind es nun 27,4 Prozent. Der Anteil von Unternehmen, die von fallenden Umsätzen ausgehen, ist auf 28,4 Prozent gesunken (Herbst 2023: 36,1 Prozent).
Mit „gut“ bewerten 20 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg ihre Ertragslage. Dies ist der niedrigste Wert seit Herbst 2020 (16,9 Prozent). Jedes fünfte Unternehmen spricht von einer „schlechten“ Ertragslage (21,8 Prozent). Das Bild bei den Auftragseingängen hat sich im Vergleich zum Herbst 2023 gering verändert: 36,4 Prozent gehen von fallenden Auftragseingängen aus (Herbst 2023: 37 Prozent). 19,9 Prozent gehen von steigenden Auftragseingängen aus; das entspricht einer Erhöhung von 7,7 Prozentpunkten. Trotz der anhaltenden geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten fallen die Erwartungen an steigende Exporte optimistischer aus: Es gehen mit 19,9 Prozent nun 4,4 Prozentpunkte mehr Unternehmen von steigenden Exporten aus. 17,2 Prozent der Unternehmen stellen sich auf rückläufige Exporte ein. Dies sind 9,2 Prozentpunkte weniger als im Herbst 2023 (26,4 Prozent).

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