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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

So Ebbes: Schleudergang

Symbol-​Foto: Pixabay/​moerschy

Waschmaschinen sind nicht nur unverzichtbare Haushaltshilfen, sonder auch Gegenstand von Literatur, nervigen Werbe-​Jingles — und sie treiben die Kolumnistin gelegentlich zur Verzweiflung.

Mittwoch, 28. Februar 2024
Sarah Fleischer
1 Minute 17 Sekunden Lesedauer

Schon Kishon wusste: Traue deiner Waschmaschine nicht! Sowie sie die Möglichkeit hat, geht sie auf Wanderschaft und man steht ohne das praktische Haushaltsgerät da – am besten gerade dann, wenn sich die Schmutzwäsche schon türmt. Wandern tut die Waschmaschine der Kolumnistin zwar nicht, aber der praktische Toploader macht mit Einlegen des Schleudergangs regelmäßig den Eindruck, er würde gleich abheben und zur Mars-​Mission starten. Egal, wie voll man ihn gepackt hat. Auch was Zeitangaben angeht, nimmt das Gerät es nicht so genau. Eine Waschmaschinen-​Stunde dauert wohl länger als eine Menschen-​Stunde, anders ist es einfach nicht zu erklären. Während man am Morgen das Lebenselixir aus heißem Wasser und Pulver von getrockneten Bohnen ansetzt, fällt einem ein, dass man ja auch gleich eine Waschmaschine anstellen könnte – nötig wäre es. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es noch eine Stunde und zehn Minuten sind, bis der Weg zur Arbeit ansteht. Ein Waschgang dauert eine Stunde – perfektes Timing! Aber da wurde die Rechnung ohne das Maschinchen gemacht. Das verkündet nach exakt einer Stunde (ja, nachgeprüft!), dass noch sieben Minuten Waschzeit verbleiben. Also fängt man an, das Wohnzimmer aufzuräumen, um die Zeit sinnvoll zu überbrücken. Nach sieben Minuten sind laut Waschmaschine immer noch zwei Minuten übrig. So langsam fühlt man sich – gelinde ausgedrückt – veräppelt. Vor allem, weil man eigentlich seit fünf Minuten am Arbeitsplatz sein wollte. Vielleicht geht es schneller, wenn man die Maschine wütend anstarrt und dabei ungeduldig mit dem Fuß wippt? Mitnichten. Die letzte Minute dauert eine gefühlte Ewigkeit – und das sagt jemand, der bereits 120 Sekunden lang einen Unterarmstütz gehalten hat. Gerade, als man die Waschmaschine anschreien will, leuchtet das „End“-Signal auf. Halleluja! Nächstes Mal probiert man es mit Cheerleading. Vielleicht hilft positive Affirmation.

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