Mit dem Ostalbwanderer zur Nebelhöhle und zum Schloss Lichtenstein

Ostalb

Fotos: Markus Weber/Ostalbwanderer.de

Das Schloss Lichtenstein im gleichnamigen kleinen Ort auf der Mittleren Kuppenalb ist das Symbol für die Schwäbische Alb überhaupt. Als württembergisches Landeskind sollte man den Lichtenstein auf jeden Fall besucht haben. Zur Schlossbesichtigung hat der Ostalbwanderer eine Wanderung zusammengestellt, die auf einem Rundweg über die Kuppenalb führt.

Samstag, 02. März 2024
Franz Graser
98 Sekunden Lesedauer

Ursprünglich thronte auf dem Lichtenstein an der Traufkante eine Burg mit wechselvoller Geschichte. Die erste Burg, Alt-​Lichtenstein wurde im Schwäbischen Städtekrieg 1381 zerstört, die Ruine existiert aber bis heute. Der Nachfolgerbau verlor im 15. Jahrhundert seine Bedeutung und wurde als Forsthaus benutzt.
Dann kam die deutsche Romantik. König Ludwig II von Bayern baute Neuschwanstein und weitere „Märchenschlösser“ in Oberbayern. Caspar David Friedrich malte den Wanderer über dem Nebelmeer und die Kreidefelsen von Rügen. In seiner Wohnung am Stuttgarter Charlottenplatz schrieb der schwäbische Schriftsteller Wilhelm Hauff 1826 seinen Roman „Lichtenstein“. In ihm greift er ein Stück schwäbischer Landesgeschichte auf, nämlich wie der geächtete Herzog Ulrich von Württemberg sich im 16. Jahrhundert vor dem Schwäbischen Bund auf dem Lichtenstein und in der Nebelhöhle versteckte.
Dieser Roman wiederum löste bei einem seiner Nachfahren, dem Herzog Wilhelm von Urach, einer Nebenlinie der regierenden Württemberger, solche Begeisterung aus, dass er sich den Lichtenstein kaufte und ihn zu einem Märchenschloss umbaute – und zwar drei Jahre vor der Wittelsbacher Ludwig, der spätere bayerische Märchenkönig, geboren wurde. Herzog Wilhelm war ein großer Kunstsammler und passionierter Artillerie-​Offizier. Daher ist das Schloss überreich mit prunkvollen Kunstwerken ausgestattet, den Schlosshof gestaltete der Kriegsherr als Leistungsschau der deutschen Festungsbaukunst des 19. Jahrhunderts. Für Kinder eine tolle Kombination, ein prunkvolles Schloss und mächtige Verteidigungsanlagen mit Kanonen und Geschütztürmen.

Die Wanderung führt auf einem Rundweg über die Kuppenalb. Ein gutes Stück gehen wir dabei an der Traufkante entlang und haben einen herrlichen Blick ins Tal vom Gießstein, vom Breitenstein und vom Linsenbühl. Wir laufen an der Abbaukante eines Kalksteinbergwerkes entlang und bewundern die großen Bagger und Muldenkipper, die den weißen Jura aus dem Berg holen.
Als Highlight besuchen wir die Nebelhöhle. Die über 800 Meter lange Tropfsteinhöhle zählt zu den Schönsten in Baden-​Württemberg. Außerdem entdecken wir das Goldloch, eine kleine und wenig bekannte Höhle, die von den Dimensionen eher an das herankommt, was wir vom Rosenstein und Scheuelberg kennen. Ein toller Tagesausflug, der die ganze Familie begeistert!

Eine detaillierte Beschreibung mit Karte, Höhenprofil, Fotos und weiteren Tipps finden Sie auf ostalb​wan​derer​.de