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Bürgermeister früher und heute: Interview mit Dr. Vinzenz Huzel

Foto: fleisa

Überall fehlt es an Nachwuchs und Fachkräften – auch in den Rathäusern. Die Bürgermeister– Stellen sind nicht gerade umkämpft, oft sind die Kandidaten „Quereinsteiger“. Warum ist das so? Und wie hat sich der Beruf in Baden-​Württemberg verändert? Ein Gespräch mit dem Politologen Dr. Vinzenz Huzel.

Sonntag, 03. März 2024
Sarah Fleischer
1 Minute 19 Sekunden Lesedauer

Herr Dr. Huzel, Sie haben zum Thema„Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Baden-​Württemberg“ promoviert – was war das Ziel Ihrer Arbeit?
Aufhänger meiner Arbeit war die Forschung von Hans-​Georg Wehling. Der hat Anfang der 1980er-​Jahre die erste große Bürgermeisterstudie für Baden-​Württemberg verfasst. Ich wollte quasi ein „Update“ machen und wissen, wie sich die Situation seit den 1980er-​Jahren verändert hat.

Und? Was hat sich in dieser Zeit verändert?
So einiges! Besonders die soziodemographische Zusammensetzung ist spannend zu beobachten. Noch in den 1980er-​Jahren waren die Bürgermeister in Baden-​Württemberg jung, männlich und verwaltungserfahren. Denn es sind überwiegend Männer, die an den Verwaltungshochschulen studierten – und dann auch das Bürgermeisteramt als Berufsziel hatten. Das hat sich deutlich verändert. Inzwischen sind 70 bis 80 Prozent der Studierenden dort Frauen und der deutlich kleinere Teil Männer. Leider treten diese Frauen seltener zu Bürgermeisterwahlen an, obwohl sie ideale Voraussetzungen für das Amt mitbringen würden.

Wie lässt sich der geringe Frauenanteil erklären?
In Baden-​Württemberg sind meines Wissens nach nur rund zehn Prozent der Rathausspitzen mit Frauen besetzt, der Rest sind nach wie vor Männer. Vielen Frauen, die den Studiengang gehobener Verwaltungsdienst belegen oder anderweitige Erfahrungen und Qualifikationen für das Amt mitbringen, zeigen wenig Interesse an einer Tätigkeit als Bürgermeisterin. In dem Alter, als Männer früher Bürgermeister wurden, also so zwischen Mitte 20 und 40 Jahren, müssen sich Frauen heute noch der Entscheidung zwischen Familie oder Karriere stellen. Ein zeitaufwändiges Bürgermeisteramt ist eher unattraktiv, wenn man gleichzeitig auch eine Familie gründen will. Und damit wird es zu einer Frage der Geschlechtergerechtigkeit und der Chancengleichheit.

Das komplette Interview finden Sie in der Samstags-​Ausgabe der Rems-​Zeitung. Auch erhältlich am iKiosk.


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